Frankfurter Sparkasse legt nochmal zu
Frankfurter Sparkasse legt nochmal zu
Zins- und Provisionswachstum hievt Ergebnis vor Bewertung um ein Fünftel auf 182 Mill. Euro – Verhalten optimistischer Ausblick auf 2025
Hessens größte Sparkasse hat im vergangenen Jahr ihre eigenen Erwartungen übertroffen. Das Ertragswachstum glich die höheren Kosten mehr als aus und verschaffte den Frankfurtern fast ein Fünftel mehr Gewinn. Auch für 2025 zeigt sich Vorstandsvorsitzender Ingo Wiedemeier recht optimistisch.
fir Frankfurt
Die Frankfurter Sparkasse hat im vergangenen Jahr ihr gutes Ergebnis von 2023 getoppt. Dank steigenden Zins- und Provisionsüberschusses sowie mehr sonstiger Erträge hat die Helaba-Retailtochter vor Bewertung mit 181,5 Mill. Euro fast ein Fünftel mehr verdient als im Jahr zuvor. Nach Bewertung waren es mit 179 Mill. Euro 10% mehr. „Wir haben im Geschäftsjahr 2024 operative Stärke in einem anspruchsvollen konjunkturellen Umfeld bewiesen“, kommentierte Vorstandsvorsitzender Ingo Wiedemeier das Ergebnis am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz.

Damit übertrifft die Frankfurter Sparkasse ihre eigenen Erwartungen. Vor einem Jahr hatte Wiedemeier davon gesprochen, dass das Ergebnis 2024 „voraussichtlich nicht eins zu eins zu wiederholen“ sei.
Für das laufende Jahr geht der Vorstandschef davon aus, „das Ergebnis halbwegs halten zu können“. Doch hänge vieles vom weiteren geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Derzeit wird am Markt spekuliert, dass in der nächsten Zinssitzung der Notenbank in zwei Wochen die siebte Zinssenkung in Folge seit Juni 2024 beschlossen werden könnte. Vier Zinsschritte erfolgten 2024, zwei weitere im Februar und März dieses Jahres. „Wenn die Zinsen weit unten sind, verbleibt uns nicht viel Manövriermasse für Margen. Trotz unseres positiven Entwicklungspfads bei Provisionen lässt sich das nicht kompensieren“, sagte Wiedemeier.
Dynamik im Provisionsgeschäft
Den Provisionsüberschuss vermochte die Sparkasse dank gut laufenden Wertpapiergeschäfts und Zahlungsverkehrs um 10% auf 121 Mill. Euro zu steigern. Auch der Zinsüberschuss wuchs weiter, und zwar um 7% auf knapp 350 Mill. Euro. Aber auch der Verwaltungsaufwand legte mit 6,4% kräftig zu. Das begründet das Management mit Tariferhöhungen, Personalzuwachs, Modernisierung von Filialen sowie Mehraufwendungen im Zusammenhang mit dem Kauf des Grundstücks an der Hauptwache 1, wo die neue Zentrale entstehen soll.
Umzug erst Ende 2027
Der Bezug des sechsgeschossigen Gebäudes war ursprünglich für 2026 avisiert, der Zeitplan wird aber nicht einzuhalten sein. 2026 halte er für etwas verfrüht, sagte Wiedemeier. Ende 2027 sei sicherlich realistischer. Die Frankfurter Sparkasse gibt ihre aktuelle Zentrale in der Neuen Mainzer Straße 47–55, gleich gegenüber dem Mutterhaus Helaba, auf, weil im Zuge der geplanten Kulturmeile dort ein neues Schauspielhaus errichtet wird, dem das Sparkassenhaus weicht.
Mehr Beschäftigte
Die Mitarbeiterzahl ist den Angaben zufolge um 30 auf 1.517 gewachsen. So bereite sich das Haus auf altersbedingte Abgänge vor, die in einigen Jahren in größerer Zahl zu erwarten seien, so der Vorstandschef. „In den nächsten drei, vier Jahren ist Zahl der Abgänge einigermaßen überschaubar, aber dann gehen die geburtenstarken Jahrgänge.“
Um den Fortgang von jährlich 70, 80 Mitarbeitern zumindest teilweise zu kompensieren, bildet Hessens größte Sparkasse mehr aus und hält den Kontakt zu jenen, die sich für ein Studium entscheiden. So würden Werkstudenten beschäftigt und nun 60 Auszubildende im Jahr eingestellt, statt wie zuvor 40. „Wir bauen jetzt einen kleinen Bauch auf, den wir dann in den Jahren 2028/29 nutzen“, so Wiedemeier. Künstliche Intelligenz (KI) kann seines Erachtens zwar einen Beitrag leisten, um Personalengpässe zu lindern, die Abgänge aber nicht in Gänze ausgleichen. Insbesondere in der Beratung könne KI keinen entscheidenden Beitrag leisten. Hier und da vorstellbar ist das ihm zufolge aber in Stabsfunktionen und im Vertrieb.
Geldautomatensprengungen, welche die Sparkasse 2022 und 2023 beschäftigt haben, sind aktuell kein Thema mehr. „Wir haben die Automaten aufgerüstet und seitdem ist bei uns Ruhe“, erklärte Wiedemeier. Bei der Sparkasse und bundesweit scheinen sich die Präventionsmaßnahmen im Verbund mit Strafverfolgungsbehörden sowie Investitionen in Geldeinfärbesysteme, Vernebelungstechniken und Videoüberwachung bezahlt zu machen.