Transatlantiknachfrage stabil

Lufthansa-CFO sieht positives Umfeld fĂŒr Nordamerika-Routen trotz Trump

Im Interview der Börsen-Zeitung zeigt sich Till Streichert, Finanzvorstand der Lufthansa Group, zuversichtlich. So sehe das "wichtige TransatlantikgeschÀft weiterhin sehr gut aus". Das laufende Turnaround-Programm bei der Kernmarke mache gute Fortschritte, ebenso wie die Integration von Ita.

Lufthansa-CFO sieht positives Umfeld fĂŒr Nordamerika-Routen trotz Trump

Das TransatlantikgeschĂ€ft "sieht weiterhin sehr gut aus“

Lufthansa-Finanzchef spricht von positivem Umfeld fĂŒr Nordamerika-Routen

lis Frankfurt

Im Interview Seite 10

Obwohl es bei der Einreise in die USA fĂŒr Reisende derzeit zu Problemen kommen kann, spĂŒrt die Lufthansa noch keine BuchungszurĂŒckhaltung. „Unser wichtiges TransatlantikgeschĂ€ft sieht weiterhin sehr gut aus“, betont der neue Finanzvorstand, Till Streichert, im Interview der Börsen-Zeitung. Einbußen in diesem wichtigen Verkehrsgebiet wĂ€ren fĂŒr den Airline-Konzern besonders bitter, weil in der zweiten bedeutenden Region, Asien, das GeschĂ€ft nach wie vor nicht richtig zum Laufen kommt – zumindest bei PassagierflĂŒgen. „Asien war 2024 schwierig fĂŒr uns mit deutlich rĂŒcklĂ€ufigen Yields, weil chinesische Airlines, die den russischen Luftraum ohne EinschrĂ€nkung nutzen können, viel KapazitĂ€t in den Markt gebracht haben“, erklĂ€rt Streichert. „Ich glaube aber, dass sich das mittelfristig normalisieren wird.“

Turnaround-Programm lÀuft

Im PassagiergeschĂ€ft der Kernmarke Lufthansa lief es zuletzt nicht nur wegen der Asien-SchwĂ€che schlecht, im vergangenen GeschĂ€ftsjahr wurde dort beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Verlust von 94 Mill. Euro eingeflogen. Grund waren unter anderem sogenannte irregulĂ€re Kosten von zuletzt 840 Mill. Euro, verursacht beispielsweise durch Streiks. Nun lĂ€uft ein Turnaround-Programm. Dieses sei fĂŒr den gesamten Konzern von sehr großer Bedeutung, denn Lufthansa trĂ€gt etwa 45% zum Gesamtumsatz bei, so der CFO. Erwartet wird 2026 ein positiver Ergebniseffekt von 1,5 Mrd. Euro, der sich bis 2028 auf 2,5 Mrd. Euro ausweiten soll. Im Vordergrund steht „striktes Kostenmanagement“. Zur „nachhaltigen Steigerung der Erlöse“ solle zudem weiter konsequent in das Premiumangebot fĂŒr die Kunden investiert werden.

FĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr erwartet Streichert, der das Finanzressort der Lufthansa seit Mitte September 2024 fĂŒhrt, „eine deutliche Ergebnisverbesserung fĂŒr den Konzern“. Das Marktumfeld fĂŒr das laufende Jahr sei positiv, insbesondere auf dem Nordatlantik. Auf der Kostenseite sei die fortschreitende Flottenerneuerung ein wichtiger Hebel. „Wir erwarten in diesem Jahr alle zwei Wochen ein neues Flugzeug. Der Treibstoffverbrauch dieser Flugzeuge liegt rund 30% unter den VorgĂ€ngern.“

„Beim Aktienkurs noch Luft nach oben“

In dieser Gemengelage ist Streichert ĂŒberzeugt, „dass wir beim Aktienkurs noch Luft nach oben haben.“ 2024 war der Kurs im Jahresverlauf um 23% zurĂŒckgegangen, am Montag ging es erneut um mehr als 5% abwĂ€rts. In Sichtweite soll zudem die Zielrendite von 8% kommen, nach 4,4% im vergangenen Jahr. „Rechnet man Lufthansa Airlines heraus, lagen wir 2024 bereits nahe an unserer Zielmarge“, betont Streichert. „Und natĂŒrlich wollen wir das auch mit der wichtigsten Kernmarke schaffen.“


Hier lesen Sie das vollstÀndige Interview.

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