Hugo Boss zahlt trotz Gewinnrückgang mehr Dividende
Hugo Boss behält Optimismus trotz Konsumflaute
Modekonzern setzt sich höhere Ziele für Profitabilität
knd Frankfurt
Es war kein einfaches Jahr für den Modekonzern Hugo Boss, und auch der Blick in die Zukunft bleibt vorsichtig. CEO Daniel Grieder möchte die operative Leistung des Konzerns 2025 zwar wieder verbessern, gelingen wird ihm das allerdings hauptsächlich mit Hilfe von Sparmaßnahmen. Die Verbraucher sind weiter gehemmt angesichts der unsicheren geopolitischen Lage. Deshalb rechnet Hugo Boss in diesem Jahr eher mit stagnierenden Umsätzen zwischen 4,2 Mrd. Euro und 4,4 Mrd. Euro. Im besten Fall bedeutet das ein Plus von 2%, im schlechtesten Fall einen zweiprozentigen Rückgang.
Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sind die Ziele allerdings ambitionierter: Hugo Boss erwartet für das laufende Jahr einen Anstieg zwischen 5% und 22% auf 380 Mill. bis 440 Mill. Euro. Damit läge die Ebit-Marge zwischen 9 und 10%. Im Rahmen der Bilanzvorlage zeigte sich Grieder trotz aller äußeren Einflüsse immer wieder zuversichtlich für die Zukunft. Die Entwicklung habe nichts mit der Marke an sich zu tun. Der Konzern ist überzeugt von seinem Kurs und will die Marke mit seinem neuen Werbegesicht David Beckham weiter stärken. Mit Blick auf die Finanzen betont Grieder, er werde sich auf das konzentrieren, was er beeinflussen könne.
Dividende steigt auf 1,40 Euro
Mit Hilfe des Sparkurses konnte der Konzern die negativen Auswirkungen von Konsumflaute und höheren Kosten im abgelaufenen Jahr abfedern. Trotz eines Umsatzanstiegs um 3% auf einen Rekordwert von 4,3 Mrd. Euro ging das Ebit des Unternehmens wegen gestiegener Vertriebs-, Marketing- und Verwaltungskosten allerdings um 12% zurück und erreichte knapp 361 Mill. Euro.
Unter dem Strich sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 17% auf 213,5 Mill. Euro. Trotzdem kündigte Hugo Boss am Donnerstag an, die Dividende um 5% auf 1,40 Euro anzuheben.
Deutlich besser als in anderen Regionen lief es 2024 in Amerika: Dort stiegen die Umsätze um 8%. Damit bleibt Amerika auch Hoffnungsträger für das laufende Jahr, während der Konzern in Asien eher mit einem Umsatzrückgang rechnet.
Auch wenn das Ergebnis 2024 mehr oder weniger den Erwartungen der Analysten entspricht, ging es für die Aktie am Vormittag rund 4% abwärts. Die Experten bewerten den Ausblick unterschiedlich. Manche sehen ein weiteres steiniges Jahr, andere sind zuversichtlich.