Energietechnik

Siemens Energy will mit Rolls-Royce Mini-AKW entwickeln

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy liefert Rolls-Royce Ausrüstung für Mini-Atomreaktoren. Beide Unternehmen haben eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.

Siemens Energy will mit Rolls-Royce Mini-AKW entwickeln

Siemens Energy will Mini-AKW mit Rolls-Royce entwickeln

Lieferung von Dampfturbinen und Generatoren vereinbart

Reuters/dpa-afx Düsseldorf/München

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat mit dem britischen Industriekonzern Rolls-Royce eine Vereinbarung zur Entwicklung von Mini-Atomkraftwerken geschlossen. Ziel der Abmachung sei es, dass Siemens Energy alleiniger Lieferant für die „Turbine Island“ werde, den nichtnuklearen Teil des Kraftwerks, teilte der Konzern mit. Dies umfasse Dampfturbinen, Generatoren und weitere Hilfssysteme für die geplanten modularen Kernkraftwerke der Generation 3+ des britischen Herstellers. Ein endgültiger Vertrag mit allen Details soll bis Ende 2025 unterzeichnet werden.

Small Modular Reactor

Rolls-Royce entwickele derzeit einen Small Modular Reactor (SMR), erklärte Siemens Energy. Ein solches Mini-Atomkraftwerk könne dank seiner standardisierten, modularen Bauweise deutlich schneller in Betrieb genommen werden als konventionelle Bauweisen. Die Druckwasserreaktoren von Rolls-Royce SMR sollen eine elektrische Leistung von bis zu 470 Megawatt erreichen. Dies reiche, um etwa 1,1 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.

Siemens Energy spricht von einer weltweiten Renaissance der Kernenergie. Kleinen, modularen Reaktoren komme dabei eine Schlüsselrolle zu. Deutschland ist aus der Atomenergie ausgestiegen. Aber mehrere Länder wie Großbritannien, Tschechien und Polen treiben derzeit die Entwicklung von Small Modular Reactors voran. China und Russland haben erste Anlagen in Betrieb genommen.

Kostengünstiger und effizienter

Diese kleineren, modularen Reaktoren gelten Befürwortern als Alternative zu herkömmlichen großen Atomkraftwerken und versprechen eine flexiblere und möglicherweise sicherere Energieerzeugung, nicht nur zur Stromproduktion, sondern auch zur Fernwärmeversorgung von Städten.

Die Nuklearbranche argumentiert, dass SMR einfacher zu bauen, kostengünstiger und effizienter sein könnten als traditionelle Großkraftwerke. Allerdings bezweifeln Atomkraftgegner das und befürchten sogar neue Risiken durch eine Vervielfachung der Anlagenzahl, was Kontrollen erschwere.