Liquid Alternatives überzeugen Anleger
Liquid Alternatives überzeugen Anleger
Anlageklasse erzielt beste Rendite seit 2008 – Hohe Qualität im Risikomanagement
kjo Frankfurt
Das Jahr 2024 markiert einen außergewöhnlichen Erfolg für Liquid Alternatives in Deutschland. Das halten die Anlageexperten von Lupus alpha in einer Studie fest. Mit einer Performance von 9,3% habe die Anlageklasse die beste Rendite seit Beginn der Studie im Jahr 2008 erreicht und habe sich damit nahe an europäischen Aktien (+11%) und deutlich vor Euro-Anleihen (Unternehmensanleihen: 4,6%) positioniert. Die Hedgefonds-Strategien im Ucits-Mantel ließen laut Studie auch unregulierte Hedgefonds (8,1%) hinter sich. Bemerkenswert sei dabei die breite Basis des Erfolgs: 88,5% aller Fonds erzielten eine positive Performance.
Ralf Lochmüller, Managing Partner und CEO von Lupus alpha, sieht ein wieder wachsendes Vertrauen institutioneller Investoren in diese Anlageklasse: „Angesichts einer unverändert hohen Krisenwahrscheinlichkeit und hoher Bewertungen globaler Aktien schichten Investoren stärker in alternative Anlagesegmente mit höherer Downside-Absicherung um.“ Investoren würden so das Spektrum ihrer strategischen Asset Allocation erweitern, um ihre Portfolios stabiler aufstellen zu können. Beinahe 90% aller in Deutschland zugelassenen Absolute-Return- und Liquid-Alternatives-Fonds erzielten 2024 positive Erträge.
Bei der Betrachtung einzelner Strategien zeigten sich auch 2024 wieder deutliche Unterschiede in der Performance, wobei die Bandbreite auf Einzelfondsebene von minus 27,2% bis 65,6% reichte. Besonders überzeugend präsentierten sich laut Lupus alpha die alternativen Fixed-Income-Strategien: Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus hätten ein exzellentes Downside-Management bewiesen, selbst ihre schwächsten Fonds hätten nur minimale Rückgänge von gut einem Prozent verzeichnet. Mit Medianwerten von 5,6% bzw. 9,6% hätten beide Strategien deutlich die Entwicklung traditioneller Euro-Unternehmens- und Staatsanleihen übertroffen. Auch Alternative Long/Short Equity hätten starke Ergebnisse. Trotz eines erheblichen Rendite-Spread habe die Strategie im Median eine Rendite von 10,5% erreicht. Alternative-Currency-Strategien hätten dagegen ein gemischtes Bild gezeigt. Zwar hätte es bei Strategien mit Crypto-Investments einzelne markante Ausreißer gegeben, die Gesamtperformance sei jedoch unterdurchschnittlich geblieben.
Robuster als Firmenbonds
Festgestellt wurde eine hohe Qualität im Risikomanagement: Die Maximalverluste hielten sich demzufolge bei fast allen Strategien im einstelligen Bereich. Hier hätten vor allem die alternativen Fixed-Income-Strategien Absolute Return Bond und Alternative Credit Focus mit maximalen Drawdowns von weniger als minus 3% überzeugt. Über fünf Jahre zeigten sich neun der 14 Strategien auch in Stressphasen robuster als Euro-Staats- und Unternehmensanleihen. Die hohe Qualität im Risikomanagement zeigt sich zudem in den Sharpe Ratios: 62,4% aller Fonds kommen auf positive Werte, jeder fünfte sogar auf 1 oder mehr. Das Sharpe Ratio misst die Überrendite eines Portfolios gegenüber einer sicheren Anlage unter Berücksichtigung der Volatilität. Bei den Mittelzuflüssen stellte sich eine Trendwende ein. Nach Rekordabflüssen von 35,1 Mrd. Euro Jahr zuvor habe das Segment im zweiten Halbjahr 2024 wieder Zuflüsse verzeichnet. Damit reduzierten sich die Nettoabflüsse im Gesamtjahr deutlich auf nur noch 4,29 Mrd. Euro. Jede zweite Strategie habe zum Jahresende positive Nettomittelflüsse aufgewiesen, angeführt von Absolute Return Bond mit einem Plus von 4,7 Mrd. Euro. Das habe zu einem Anstieg des Marktanteils dieser Strategie um fünf Punkte auf 21,4% geführt.
Das Anlageverhalten von institutionellen und Retail-Investoren zeige auffällige Unterschiede. Institutionelle würden krisenresistente Strategien mit geringeren Drawdowns bevorzugen. Für sie stehe der diversifizierende Beitrag im Portfolio im Vordergrund. Retail-Anleger würden hingegen eine höhere Risikobereitschaft zeigen und verstärkt auf Strategien mit Aktienrisiko setzen. Dieser Unterschied zeige sich besonders in der alternativen Fixed-Income-Strategie Alternative Credit Focus mit deutlich höheren institutionellen Mittelflüssen sowie in der Strategie Alternative Equity Leveraged mit klarer Retail-Dominanz.