Krisen kosten deutsche Wirtschaft 735 Mrd. Euro
Krisen kosten
deutsche Wirtschaft
735 Mrd. Euro
ba Frankfurt
Die Krisen der vergangenen fünf Jahre haben Deutschland laut einer IW-Studie 735 Mrd. Euro gekostet. Dieser Betrag entspricht 4,3% des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Allein die beiden ersten Corona-Jahre 2020 und 2021 hätten mit 290 Mrd. Euro zu Buche geschlagen, heißt es beim Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Auch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine blieb die Erholung aus, sodass die Einbußen an Wirtschaftsleistung 2022 bei 100 Mrd. Euro lagen, 2023 waren es 145 Mrd. Euro und im vergangenen Jahr betrug der Verlust 200 Mrd. Euro. Und auch 2025 sei mit keinem Wirtschaftsaufschwung zu rechnen, der die aufgelaufenen Konsum- und vor allem Investitionsausfälle auffangen könnte, mahnte IW-Konjunktur-Experte Michael Grömling. Das liege jedoch nicht nur an den Krisen: „Über Jahrzehnte hat Deutschland bei den Investitionen gespart und so den Standort vernachlässigt“, sagte der Autor der Studie. „Das ist der schwammige Boden, auf dem die Krisen uns so hart treffen.“
Das IW macht drei Ursachen für die wirtschaftlichen Schäden aus: So wurde der Konsum durch Corona-Lockdowns und gestörte Lieferketten abgewürgt. Außerdem achteten die privaten Haushalte wegen der hohen Inflation und der wachsenden Unsicherheit stärker aufs Geld. Da jeder Deutsche pro Kopf seit 2020 im Schnitt 5.600 Euro weniger ausgegeben hat, ergebe sich gesamtwirtschaftlich eine Summe von fast 300 Mrd. Euro. Die Industrie wiederum wird immer noch von den gestörten Lieferketten, hohen Energiekosten und geopolitische Krisen verunsichert, sodass sich die Gesamtausfälle bei den Investitionen auf 265 Mrd. Euro belaufen. Zudem habe die Weltwirtschaft an Dynamik verloren.