Expertenkommission: Deutsche F&I-Politik unzureichend

Risikokapital für Quantentechnologie fehlt

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) fordert von der künftigen Bundesregierung eine stärkere Förderung von Quanten-Technologien und mehr Risikokapital für internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Risikokapital für Quantentechnologie fehlt

Risikokapital für Quantentechnologie fehlt

Gutachter fordern Ausbau des Wagniskapitalmarkts

wf Berlin

Deutschland ist bei der Quantentechnologie im internationalen Wettbewerb in einer starken Ausgangsposition, aber es fehlt an Finanzierung. Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) ruft in ihrem Gutachten 2025 die Bundesregierung auf, den Risikokapitalmarkt zu stärken. Der Kapitalbedarf für junge Unternehmen in der Wachstumsphase sei in der Quantentechnologien
„besonders ausgeprägt“, schreiben die Wissenschaftler im Gutachten.

Neues F&I-Ministerium

Die sechsköpfige Kommission unter Vorsitz des Ökonomen Uwe Cantner aus Jena wertet das deutsche System für Forschung und Innovationen (F&I) als „unzureichend“, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, die digitale und klimaneutrale Transformation sowie Souveränität in Schlüssel- und Zukunftstechnologien zu erreichen. Der Politikansatz der „Neuen Missionsorientierung“ müsse weiterentwickelt werden, verlangen die Experten. Sie dringen auf adäquatere Governance-Strukturen, effizientere Maßnahmen und innovationsförderlichere Rahmenbedingungen. F&I-Politik sollte künftig in einem einzigen Bundesministerium gebündelt sein, fordern die Wissenschaftler. Die Missionsorientierung setzt auf Förderung, die Entwicklungen anstößt und dann eingestellt wird.

Die Quantentechnologie hat das EFI-Gremium in diesem Jahr zu einem Kernthema gemacht: Quantencomputing mit deutlich gesteigerter Rechenleistung, Quantenkommunikation mit besserem Schutz vor Cyberattacken und Quantensensorik für empfindlichere Messtechnik. Die EFI-Experten fordern die neue Bundesregierung auf, für die 2026 auslaufende Quantenstrategie ein Folgekonzept zu entwickeln. Das Ökosystem müsse europäisch konzipiert werden.

Quanten-Start-ups brauchten ein unterstützendes Umfeld. Die Experten nennen Steuererleichterungen, neue Investitionsfonds oder staatliche Ankerkundenverträge, um Ergebnisse der Quantenforschung in marktfähige Produkte zu transferieren. „Diese Ansätze könnten privates Kapital mobilisieren, die Skalierung von Quantenunternehmen erleichtern und zu einem attraktiven Standort für unternehmerisches Handeln beitragen“, steht im Gutachten. Wenn die gute Ausgangslage im Verbund mit den EU-Partnern gesichert werde, könnten deutsche Unternehmen im globalen Wettbewerb mit den USA und China langfristig technologisch souverän bleiben und seien auf sicherheitspolitische Bedrohungen gut vorbereitet.

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