BP-Chairman Helge Lund tritt ab
BP-Chairman Helge Lund
meldet sich ab
hip London
Helge Lund hat angekündigt, sein Amt als Chairman des britischen Ölkonzerns BP niederzulegen. Wie der Konzern vor dem Wochenende mitteilte, wird es allerdings frühestens im Verlauf des kommenden Jahres zum Wechsel an der Spitze des Boards kommen. Der ehemalige Chef des Gasproduzenten BG (zuvor: British Gas) sitzt dem Gremium seit 2019 vor. Die Aviva-Chefin Amanda Blanc wurde mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger betraut.
Bevor er bei BG den Chefsessel übernahm, führte Lund die Geschäfte der norwegischen Statoil. Unter seiner Führung versuchte BP, sich ab 2020 als grünes Energieunternehmen neu zu erfinden. Der damalige CEO Bernard Looney gefiel sich als Transformierer.
Im Visier der Aktivisten
Im vergangenen Jahr forderte der Londoner Aktivist Bluebell Capital Partners angesichts der im Vergleich zu anderen Branchenvertretern schwachen Performance des FTSE-100-Schwergewichts seinen Rücktritt und eine neue Strategie. Bluebell hatte bereits Danone-Chef Emmanuel Faber und Hugo-Boss-CEO Mark Langer zu Fall gebracht. Zuletzt stieg der New Yorker Hedgefonds Elliott bei BP ein.
Bislang hat sich der US-Aktivist noch nicht öffentlich zu seinen Vorstellungen geäußert. Doch wird am Markt damit gerechnet, dass er sich noch vor der Hauptversammlung am 17. April zu Wort meldet. Ein weiterer Aktivist namens Follow This hatte bereits dazu aufgerufen, Lund auf dem Aktionärstreffen nicht im Amt zu bestätigen.
Kritikern zuvorgekommen
CEO Murray Auchincloss kündigte im Februar einen „grundlegenden Reset“ an. Doch die auf dem Kapitalmarkttag vorgestellten Veränderungen gingen manchen nicht weit genug. Lund dürfte mit seiner Bereitschaft, das Feld zu räumen, den Kritikern etwas Wind aus den Segeln nehmen.
„Jetzt ist die richtige Zeit, den Prozess der Suche nach einem Nachfolger für mich zu beginnen und eine ordentliche und reibungslose Übergabe zu ermöglichen“, lässt sich Lund in der Pflichtveröffentlichung zitieren. Nach dem „grundlegenden Reset“ liege der Fokus nun auf der Umsetzung der neuen Strategie.