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Russland beschert Société Générale rote Zahlen

Der Rückzug aus Russland hat die Société Générale vor Steuern mit 3,3 Mrd. Euro belastet und führte im zweiten Quartal zu einem Nettoverlust von 1,48 Mrd. Euro.

Russland beschert Société Générale rote Zahlen

wü Paris

Gut drei Monate nach der Ankündigung hat Société Générale die Rechnung für ihren Rückzug aus Russland präsentiert. Er hat im zweiten Quartal vor Steuern mit 3,3 Mrd. Euro belastet – etwas mehr als die Bank mit dem rot-schwarzen Logo im Mai erwartet hatte. Sie hat deshalb einen Nettoverlust von 1,48 Mrd. Euro verbucht, nachdem sie im Vorjahreszeitraum noch einen Gewinn von 1,44 Mrd. Euro erwirtschaftet hatte. Société Générale weist nach wie vor eine Forderungshöhe bei Ausfall von 3,1 Mrd. Euro aus. Dabei handelt es sich um direkt durch sie gewährte Kredite sowie Restexposures bei Rosbank über alte Garantien.

Konsens übertroffen

Trotz des Quartalsverlusts sind die Zahlen besser ausgefallen als erwartet. „Die Q2-Ergebnisse haben die Erwartungen mit einem zugrunde liegenden Vorsteuergewinn von 50% über dem Konsens deutlich übertroffen“, schreiben die Analysten von Jefferies. Der bereinigte Vorsteuergewinn verbesserte sich von 1,29 Mrd. Euro auf 2,41 Mrd. Euro. Der Quartalsverlust fiel ebenfalls niedriger als befürchtet aus, da Experten im Schnitt mit 2,14 Mrd. Euro gerechnet hatten. Entsprechend erleichtert reagierten Investoren, so dass die Société-Générale-Aktie Mittwoch an der Börse von Paris im Verlaufe des Tages zeitweise 4% auf 22,51 Euro zulegte und damit zu den größten Kursgewinnern des CAC 40 gehörte.

Russland-Ausstieg gemeistert

Société Générale sei es gelungen, den Ausstieg aus Russland ohne signifikante Auswirkungen auf das Kapital und ohne Behinderungen der strategischen Entwicklung zu meistern, erklärte Bankchef Frédéric Oudéa. Die dynamische Entwicklung und Ergebnisse des ersten Halbjahres stimmten Société Générale trotz des unsichereren Umfeldes kurzfristig und mittelfristig zuversichtlich.

Oudéa, der im nächsten Jahr seinen Posten aufgeben will, stellte anlässlich der Halbjahresergebnisse auch einige der Ziele für 2025 vor, nachdem er dies in den letzten Monaten zwei Mal verschoben hatte. So will Société Générale die Einnahmen von 2021 bis 2025 um mindestens 3% steigern und 2025 eine Eigenkapitalrendite von 10% erreichen. Sie strebt zudem ein hartes Eigenkapital nach Basel IV von 12% an. Die Dividendenpolitik will sie beibehalten und 50% des zugrundeliegenden Nettoergebnisses ausschütten, wobei maximal 40% durch Aktienrückkäufe verteilt werden sollen.

Erträge legen zu

Im zweiten Quartal konnte Société Générale die Erträge um 12,8% auf 7,1 Mrd. Euro verbessern. Das Be­triebsergebnis legte 18,8% auf 2,39 Mrd. Euro zu. Die Eigenkapitalrendite verschlechterte sich von 11,2% im Vorjahreszeitraum auf −13,5%. Das Wachstum fiel in allen Bereichen besser als erwartet aus. Die Erträge aus dem internationalen Geschäft (Global Markets) stiegen 23,3% auf 1,52 Mrd. Euro, die des Bereichs Fixed Income und der Fremdwährungen sogar um 50% auf 683 Mill. Euro. Im französischen Privatkundengeschäft fielen die Erträge mit 2,26 Mrd. Euro 8,5% höher als vor einem Jahr aus. Im internationalen Privatkundengeschäft betrug das Wachstum sogar 12,7%, auf 1,27 Mrd. Euro. Die Sparte, in der sie zusammen mit Finanzdienstleistungen inklusive Leasing-Aktivitäten angesiedelt ist, legte um 15,8% zu.

Société Générale
Kennzahlen nach IFRS
1. Halbjahr 
in Mill. Euro20222021
Erträge1434612506
Verwaltungskosten97878855
Bruttobetriebsergebnis45593651
Risikovorsorge778418
Betriebsergebnis37813233
Nettoergebnis−6402253
Harte Kernkapitalquote CET1 (in %)  12,90  13,40
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