Strategieberatung

Boston Consulting geht gestärkt in „Zweikampf“

Boston Consulting rechnet sich auch in den kommenden Jahren vor allem in Zentraleuropa ein Wachstum wie im Vorjahr aus. Triebfeder sei die KI-Transformation

Boston Consulting geht gestärkt in „Zweikampf“

Boston Consulting geht in „Zweikampf“

Strategieberatung blickt nach Umsatzplus von 10 Prozent zuversichtlich auf 2025

hei Düsseldorf

Die Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG) blickt auf ein „Jahr der zwei Gesichter zurück“, wie Michael Brigl, Leiter der Geschäftsregion Centraleuropa (CE) mit Blick auf die Bilanz des vergangenen Jahres erklärt. Grundsätzlich war die Branche mit einem schwierigen konjunkturellen Umfeld konfrontiert. Dem Beratungshaus, das CEO Christoph Schweizer bis 2029 auf seinem Spitzenposten bestätigt hat, gelang im vergangenen Jahr gleichwohl weltweit ein Umsatzzuwachs von 10% auf 13,5 (12,3) Mrd. Dollar. Zugleich stieg die Zahl der Mitarbeiter um 1.000 auf 33.000. Damit wachse BCG das 21. Jahr in Folge. Brigl verweist insbesondere darauf, dass sich das Geschäft „in der zweiten Jahreshälfte grundlegend verändert hat“. Anstelle von kosmetischen Kostenkorrekturen sei bei vielen Unternehmen der Leidensdruck jetzt derart gestiegen, dass die Bereitschaft zu echter und „tiefgreifender, technologiegetriebener Transformation“ steige, so der Manager.

1000 Neueinstellungen

Daher ist Brigl auch für das Wachstum in den kommenden Jahren, vor allem in der Region Central Europe, optimistisch. „Das wird 2025 so weiter gehen, und es wird auch 2026 und 2027 anhalten“, gibt er sich zuversichtlich. Brigl plant daher im laufenden Jahr mit 1.000 neuen Mitarbeitern allein in der Region CE. Der größte Teil davon soll auf Deutschland entfallen, wo BCG in diesem Jahr in Frankfurt und Berlin in neue größere Büros ziehen will. Dabei hofft er auch, der Konkurrenz gute Leute abjagen zu können. Es laufe derzeit auf einen „Zweikampf“ hinaus, bei dem der BCG-Senior Partner das eigene Unternehmen im Rennen mit dem Konkurrenten McKinsey gut positioniert sieht. Bain & Company sei dagegen „abgeschlagen“.

Gelungene Beispiele

BCG mache in der technologiegetriebenen Beratung „einen echten Unterschied“, aufgrund der starken regionalen Verankerung und „tiefem Branchen- und Tech-Knowhow“, betonte Brigl. Zu den herausragenden Kunden zählt der Manager in Deutschland insbesondere SAP und Siemens, die er als gelungene Beispiele für eine „echte Transformation des Unternehmens und des Geschäftsmodells“ hervorhebt. SAP hatte in einem Kraftakt das Tagesgeschäft von einmaligen Lizenzverkäufen auf ein Software-Mietmodell in der Cloud umgestellt, Siemens entwickelt sich immer mehr zum Software getriebenen Technologiekonzern.

Frontrunner bei KI

Die Führungsrolle streben die Strategieberater vor allem in der KI-Transformation an, bei der BCG unter anderem globale Schwergewichte wie L‘oréal, BMW oder IBM zu seinen Kunden zählt. Ermutigende Signale aus den Unternehmen nimmt BCG dabei besonders in Europa wahr. Während die USA einer Umfrage unter 1800 beteiligten Unternehmen zufolge bei KI-Technologie mit Abstand führend seien, kehre sich das Bild mit Blick auf die Anwendung von KI um. Nicht in Europa, aber in Deutschland haben die Anwender demnach die Nase vorn. Das sei entscheidend, da bei den großen KI-Modellen „eine Kommoditisierung“ drohe, die Wertschöpfung aber in der Anwendung entstehe.

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