Giesecke & Devrient verbucht Margenrückgang
Giesecke & Devrient verbucht Margenrückgang
Umbaukosten dämpfen Profitabilität des Münchner Konzerns trotz Umsatzrekords
sck München
Der Banknoten- und IT-Spezialist Giesecke & Devrient (G & D) hat zwar im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord erzielt, aber weniger verdient. Grund dafür waren Mehraufwendungen infolge des Umbaus von Geschäftsbereichen, um diese effizienter zu gestalten. Das Münchner Unternehmen steigerte 2024 die Konzernerlöse um 5% auf 3,1 Mrd. Euro. Das (berichtete) Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verringerte sich dennoch um 4% auf 170 Mill. Euro.
Die operative Gewinnmarge ging dadurch um 0,5 Prozentpunkte auf 5,4% zurück. Für die Neuordnung von Konzernbereichen verbuchte G & D Restrukturierungsaufwendungen von 17 Mill. Euro. 2023 fielen solche Zusatzkosten nicht an. Der Konzern befindet sich in einer Transformation zu einem Anbieter von digitalisierten Zahlungsverkehrsdiensten.
Tiefrotes Finanzergebnis
Dieser Prozess drückt zunächst auf die Umsatzrendite. Ein deutlich negatives Finanzergebnis sorgte zusätzlich für einen Dämpfer. Dieser Posten fiel mit minus 13 Mill. Euro tiefrot aus. Ein Jahr zuvor betrug das Minus 2 Mill. Euro. G & D begründet dieses ausgeweitetes Finanzminus mit negativen Wechselkurseffekten sowie gestiegenen Kurssicherungskosten. Aufgrund dieser Belastungen schrumpfte das Ergebnis vor Steuern um 4% auf 139 Mill. Euro. Nach Steuern blieb ein Gewinn von 88 Mill. Euro hängen. Das sind 4 Mill. Euro oder 4% weniger als 2023.
Ohne die Restrukturierungskosten wäre das Ebit (bereinigt) um 6% auf 187 Mill. Euro gestiegen. „Der Weg, den wir durch die Transformation unseres Unternehmens eingeschlagen haben, zahlt sich aus“, ließ sich der Vorsitzender der Geschäftsführung, Ralf Wintergerst, in einer Pressemitteilung zitieren.
Zuversicht für 2025
Der Bestand an Zahlungsmitteln wuchs um 41 Mill. auf 365 Mill. Euro. Einschließlich der nicht genutzten Bankkreditlinien und Darlehen verfügt G & D nach eigenen Angaben insgesamt über finanzielle Mittel von 758 Mill. Euro.
Trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfelds ist der CEO zuversichtlich, den Wachstumskurs künftig fortzusetzen. Rückenwind gibt ihm die gute Auftragslage. Der Konzern erhöhte 2024 die Auftragseingänge um 6% oder 180 Mill. Euro auf 3,3 Mrd. Euro. Der Auftragsbestand legte um 9% auf 2,2 Mrd. Euro zu. Das entspricht einer Reichweite von 8,4 Monaten. Das ist der höchste Wert von G & D in der Firmengeschichte. Das schaffe eine „gute Ausgangslage“ für 2025, so Wintergerst. Er rechnet mit einem Umsatz auf mindestens der Höhe des Vorjahres.
Geringere negative Wechselkurseffekte helfen
2025 peilt G & D ein „ausgeglichenes“ Finanzergebnis an. Die Geschäftsführung begründet das mit erwarteten geringeren negativen Wechselkurseffekten.
Das bereinigte Ebit soll „knapp über dem Niveau des Vorjahres“ liegen.