Cum-cum-Geschäfte belasten Apobank
Cum-cum-Geschäfte belasten Apobank
Mitgliederschwund gestoppt – Investitionen in IT treiben Sachaufwand
ab Köln
Eine hohe Steuernachzahlung im Zusammenhang mit Cum-cum-Geschäften hat die Apobank im abgelaufenen Turnus hart getroffen. Die Steuernachzahlung samt Verzugszinsen stehe im Zusammenhang mit Wertpapierleihgeschäften aus den Jahren 2004 bis 2008, erläuterte Finanzvorstand Christian Wiermann in der Bilanzpressekonferenz. Nach 20 Jahren hätten die Finanzbehörden ihre Rechtsansicht geändert. Nach intensiver juristischer Beratung werde sich die Bank mit den zur Verfügung stehenden Rechtsmitteln zur Wehr setzen.
Netto Reserven aufgebaut
Die Nachforderung samt Verzugszinsen schlug sich im Abschluss 2024 mit 46,9 Mill. Euro in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (Verzugszinsen) sowie einer Steuernachforderung in vergleichbarer Größenordnung nieder. Die Effekte wurden durch die Auflösung von Reserven und Ausschüttungen aus einem Spezialfonds kompensiert, wie aus dem Abschluss hervorgeht. Netto baute die auf Heilberufler spezialisierte Bank jedoch ihre Reserven auf, wenn auch in deutlich geringerem Umfang als geplant. Das hievte die Kernkapitalquote auf 17,1%. Die Ausschüttung aus dem Spezialfonds fand ihren Niederschlag im Zinsergebnis, das sich mit 972 Mill. Euro auf Vorjahresniveau bewegte. Der Provisionsüberschuss verharrte mit 177 Mill. Euro im Wesentlichen auf Vorjahresniveau.
Sondereffekt im Zinsergebnis
Das sonstige betriebliche Ergebnis drehte aufgrund der Steuerthematik in negatives Terrain, sodass das Teilbetriebsergebnis vor Risiko um fast 6% auf 408 Mill. Euro nachgab. Der Jahresüberschuss legte dagegen leicht auf 96 Mill. Euro zu.
Starkes Wertpapiergeschäft
Dennoch zeigte sich Vorstandschef Matthias Schellenberg mit dem Resultat „sehr zufrieden“. Das lag nicht zuletzt daran, dass sichtbare Fortschritte in der Vermögensverwaltung gelangen. Das betreute Volumen, eine strategische Zielsetzung, stieg um fast 2 Mrd. auf 7,7 Mrd. Euro. Dadurch erhöhte sich das gesamte Depotvolumen auf 13,5 (11,7) Mrd. Euro. Zugleich konnte die Apobank den Verlust an Kundeneinlagen stoppen, sie stiegen um knapp 3% auf 30,3 Mrd. Euro.
Mitgliederschwund gestoppt
Last but not least gelang bei den Mitgliederzahlen die Trendwende. Nach Jahren des kontinuierlichen Schwunds zählte die Bank Ende 2024 netto gut 1.000 Mitglieder mehr als vor Jahresfrist.Wiederbelebt hat sich zudem das Kreditneugeschäft, das auf 5 (3,3) Mrd. Euro wuchs. Grund dafür war in erster Linie das in Schwung gekommene Baufinanzierungsgeschäft. „Wir können uns vor Arbeit und Anträgen kaum retten“, veranschaulichte Schellenberg, dass die Entwicklung 2025 weitergeht. Gleichwohl bröckelte der Kreditbestand auf 34,7 Mrd. Euro ab.
Neue Strategie in Arbeit
Bei der noch laufenden „Agenda 2025“ sieht Schellenberg das Institut auf Kurs. Um jedoch auch aus Kundensicht wieder auf die Höhe der Zeit zu kommen, geht die Bank weiter investiv in Vorlage. Allein im Vorjahr wurden 125 Mill. Euro in IT-Projekte gesteckt. Ein vergleichbarer Betrag werde in diesem Jahr aufwendet. Das zieht einen wieder steigenden Verwaltungsaufwand nach sich und führt dazu, dass die Apobank 2025 mit einem merklichen Rückgang des Teilbetriebsergebnisses kalkuliert. Um die Dividende müssen sich die Mitglieder gleichwohl keine Sorgen machen, soll das erreichte Niveau von 6% in den nächsten Jahren doch stabil bleiben. In Arbeit befindet sich bereits das nächste Strategieprogramm „Primus 2028“, mit dem die Apobank ihren Fokus auf angestellte Heilberufler erweitern will.