Geldpolitik

Chinas Zentralbank versucht Yuan-Baisse zu bremsen

Chinas Notenbank setzt neue Akzente um den Baissetrend des Yuan gegenüber dem Dollar aufzuhalten. Marktteilnehmer rechnen zwar mit einer gebremsten Abwertungsbewegung, nicht aber mit einer raschen Umkehrung des Wechselkurstrends.

Chinas Zentralbank versucht Yuan-Baisse zu bremsen

Chinas Zentralbank versucht der von konjunktureller Unsicherheit und einem starken Zinsgefälle zu den USA getriebenen Abwertungstendenz der heimischen Währung Yuan mit neuen Maßnahmen zu begegnen. Mit Wirksamkeit zum 15. September kündigt die People’s Bank of China (PBOC) eine Senkung der Mindestreservevorhaltung auf Fremdwährungsguthaben chinesischer Banken an. Der Anteil der von den Instituten beim Währungshüter geparkten Gelder wird dann von 8 auf 6% sinken. Im April, als der Yuan im Zuge der Verhängung eines harten Lockdown in Chinas Finanzkapitale Schanghai unter heftigen Abwertungsdruck geraten war, hatte die Notenbank bereits entsprechend gehandelt und die Mindestreservequote für Fremdwährungsguthaben von 9 auf 8% geschleust.

Analysten werten die Ankündigung in erster Linie als einen marktpsychologischen Schritt mit dem die PBOC zu unterstreichen versucht, dass sie keinen rapiden Wertverfall des Yuan gegenüber dem Dollar hinnehmen zu bereit ist. Damit ginge es vor allem darum den seit Augustmitte wieder prononcierten Baissetrend zu bremsen und ein Marktklima zu verhindern, das Devisenhändler und Hedgefonds zu lukrativen kurzfristigen Wetten auf eine scharfe Yuan-Abwertung verleitet.

Sanfte Maßnahmen

Mit der Mindestreservelockerung ist eine Freisetzung von Mitteln verbunden, die Liquidität im Schanghaier Devisenhandel und damit die Munition der partizipierenden Banken für Dollarverkäufe erhöht. Angesichts eines Gesamtumfangs der bei chinesischen Banken vorliegenden Fremdwährungsguthaben von knapp einer Bill. Dollar lässt sich der Liquiditätseffekt auf rund 20 Mrd. Dollar taxieren, was Devisenhändlern zufolge keinen wesentlichen Einfluss auf die Angebotssituation ausübt und für sich genommen nicht dazu eine Trendwende im Yuan-Dollar einzuleiten. In eine ähnliche Richtung gehen die Bemühungen der PBOC mit relativ strammen Vorgaben beim täglichen Fixing des Yuan-Dollar-Referenzkurses um den die chinesische Devise dann jeweils 2% schwanken kann, den Markt zu beeinflussen. Auch dies ändert nichts am grundsätzlichen Wechselkurstrend, sorgt aber für eine gebremste Entwicklung.

Aus Sicht der PBOC geht es darum ein Signal zu geben, dass man Baissespekulationen zwar erschwert, aber dem Markt auch keine Zielscheibe in Form einer Kursmarke gibt, die von der Notenbank eisern verteidigt wird. Hier steht die psychologische Marke von 7 Yuan je Dollar im Raum, auf die sich der Kurs nun relativ sanft zubewegt. Vor zwei Jahren kam es zu sehr aggressiven Spekulationen als der Markt die Widerstandsfähigkeit der PBOC beim Verteidigen der 7 Yuan-Marke testete.

Kein Dammbruch in Sicht

Am Dienstag notierte der Yuan bei 6,9669 zum Dollar und ist damit bereits denkbar nahe an die Marke gerückt. Devisenhändler gehen auch davon aus, dass die 7 Yuan-Grenze bald erreicht sein wird. Dies allerdings ohne einen „Dammbruch“ auszulösen, der weitere Baissespekulationen fördern würde. Zumindest ist auf Basis der Optionsprämien für das Hedging von Yuan-Positionen derzeit nicht erkennbar, dass der spekulationsgetriebene Abwertungsdruck zunimmt. Allerdings sprechen die gegenwärtige Konjunktursituation in China und der globale Nachfragetrend für Dollar-Assets gegen eine signifikante Erholung der chinesischen Devise.

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