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Defizite bei der Coverage kleiner Unternehmen

MDax- und SDax-Werte werden seltener von Research-Häusern gecovert. Die Coverage hat Studien zufolge durch MiFiD II noch abgenommen.

Defizite bei der Coverage kleiner Unternehmen

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Defizite bei der Coverage kleiner Unternehmen

fed Brüssel

Die Novelle der EU-Marktrichtlinie (MiFiD II) im Jahr 2018 hat die Schwierigkeiten von kleinen und mittleren Unternehmen, eine regelmäßige und qualitativ hochwertige Coverage durch ein Research-Haus zu sichern, noch erhöht. Allerdings kommen Studien und Umfragen zu unterschiedlichen Nuancen.

So ist mehreren wissenschaftlichen Studien zufolge die Zahl der Research-Analysen nach 2018 und vor allem nach 2019 spürbar gesunken. Auch wird die Qualität der Analysen von einer Mehrheit der Marktteilnehmer, deren Einschätzungen in akademischen Studien erhoben werden, als sinkend eingeschätzt.

„Gute Versorgung“ vor MiFiD II

Thorsten Müller, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA), betont im Gespräch mit der Börsen-Zeitung, dass es bis zum Inkrafttreten von MiFiD II „eine gute Versorgung mit Research“ gegeben habe. Anschließend habe die Coverage insbesondere von MDax- und SDax-Werten deutlich abgenommen. „Unbundling hat diese Entwicklung auf jeden Fall beschleunigt.“

Demgegenüber kommt eine Umfrage der EU-Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA zum Ergebnis, dass kein signifikanter Rückgang zumindest bei jenen Unternehmen zu beobachten gewesen sei, die schon vor 2018 gecovert wurden. Allerdings stellt die europäische Aufsichtsbehörde fest, dass deutlich weniger Unternehmen erstmals von Research-Analysten bewertet wurden.

Oft nicht so akkurat

Das Gesamtergebnis der ESMA-Studie fällt gleichwohl ernüchternd aus. Durch MiFiD II habe sich nichts daran geändert, dass kleine und mittlere Firmen „ohnehin seltener von Research-Häusern berücksichtigt werden, zudem ein höheres Risiko haben, die Coverage zu verlieren und außerdem häufiger darunter leiden, dass die Analysen über sie nicht so akkurat sind wie bei großen Unternehmen.“