Altersvorsorge mit Aktien

Deutsches Aktieninstitut sieht Schweden als Vorbild

Das Deutsche Aktieninstitut fordert die neue Bundesregierung und die EU auf, sich Schweden als Vorbild in der Altersvorsorge zu nehmen und im Rahmen der gesetzlichen Rente 2% der Löhne und Gehälter in den Aktienmarkt zu investieren. Die Aktienanlage müsse es in allen drei Säulen der Altersvorsorge geben.

Deutsches Aktieninstitut sieht Schweden als Vorbild

DAI sieht Schweden als Vorbild

Aktieninstitut fordert 2 Prozent der Löhne und Gehälter für die Aktienanlage

Das Deutsche Aktieninstitut fordert die neue Bundesregierung und die EU auf, sich Schweden als Vorbild in der Altersvorsorge zu nehmen und im Rahmen der gesetzlichen Rente 2% der Löhne und Gehälter in den Aktienmarkt zu investieren. Die Aktienanlage müsse es in allen drei Säulen der Altersvorsorge geben.

ku Frankfurt

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) und die Börse Stuttgart fordern eine wesentlich stärkere Berücksichtigung des Aktienmarktes in der Altersvorsorge in Deutschland und raten daher dazu, das schwedische Modell zu kopieren. „In Schweden ist der Aktienbesitz eine Selbstverständlichkeit. Damit fließt ein erheblicher Teil der Ersparnisse in die lokale Wirtschaft und trägt maßgeblich zur Finanzierung von Zukunftsinvestitionen über die Börse bei“, erläutert Henriette Peucker, geschäftsführende Vorständin des Aktieninstituts. In Schweden seien die Altersvorsorge und steuergeförderte Anlagesparkonten die Hebel, damit die Menschen mehr in Aktien und Aktienfonds investierten. „Aktieninvestments in allen drei Säulen der Altersvorsorge gehören daher ganz oben auf die Prioritätenliste der neuen Bundesregierung“, forderte sie bei der Vorstellung einer gemeinsam mit der Börse Stuttgart erstellten Studie zum schwedischen Modell der Altersvorsorge.

Schweden biete sich damit als Vorbild an. „Wir haben Schweden als Beispiel ausgewählt, weil dieses für Deutsche verdaubarer ist als beispielsweise die USA“, sagte Matthias Voelkel, Chief Executive Officer der Börse Stuttgart, in Frankfurt. „Die neue Regierung sollte sich ansehen, was bei der Altersvorsorge möglich ist, mit Aktienanlage in allen drei Säulen der Altersversorgung“, regt Peucker an. Ihre Forderungen gehen aber noch weiter. Das Deutsche Aktieninstitut schlägt vor, dass in der EU 2% der Löhne und Gehälter im Rahmen der gesetzlichen Rente in den Aktienmarkt gehen sollen.

Aufgrund der staatlichen Förderung sei Schweden das Land der Aktienbesitzer. Der Anteil von Aktien am Geldvermögen betrage dort 36%, in Deutschland lediglich 12%. Dementsprechend hielten die Schweden nur 14% ihres Geldvermögens in bar oder Festgeld. In Deutschland seien es hingegen 43%, erläuterte Voelkel.

Viele Fonds zur Auswahl

In Schweden gingen im Rahmen der gesetzlichen Rente 2,5% des Bruttoeinkommens an den Kapitalmarkt, mit 450 Fonds, die zur Auswahl stünden. In dieser Prämienrente seien mittlerweile 222 Mrd. Euro fast vollständig in Aktien- und Mischfonds angelegt. Das Volumen dieser Prämienrente habe sich in zehn Jahren mehr als verdreifacht. Der größte Fonds im Rahmen dieser Anlageform, der AP7 Såfa, sei in den Jahren zwischen 2001 und 2022 auf eine durchschnittliche reale Rendite von 6,4% pro Jahr gekommen. Darüber hinaus gebe es noch die betriebliche Altersvorsorge mit der Aktienquote der großen Pensionsfonds von rund 40%. Als weitere Möglichkeit gebe es ferner noch das 2012 eingeführte „Investitionssparkonto“ ISK, mit dem jeder dritte Schwede in liquide Anlagen wie Fonds, Aktien und ETFs investiere. Das Gesamtvolumen dieser ISK liege bei mittlerweile 143 Mrd. Euro. Diese Konten würden unabhängig von den Erträgen pauschal mit lediglich rund 1% besteuert.

Schweden biete damit eine starke Investorenbasis, die einen erheblichen Teil des Kapitals zur Verfügung stelle. In Schweden gebe es zudem einen rechtlichen Rahmen, der den Börsengang und die Börsennotiz erleichtere, sowie einen Wachstumsmarkt für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit einem für Wachstumsunternehmen geeigneten Regulierungsrahmen.

Als Folge liege die Marktkapitalisierung börsennotierter Unternehmen bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt in Schweden bei 169%, in Deutschland hingegen bei lediglich 47%. Zwischen 2016 und 2023 habe es in Schweden 508 Börsengänge gegeben, mehr als in Deutschland, Frankreich und Italien zusammen. Dabei stammten 90% der Börsengänge aus dem Bereich der KMU-Wachstumsmärkte. Es böten sich in Schweden auch bessere Möglichkeiten für Venture-Capital-Firmen, sich ihrer Erwerbungen über die Börse zu entledigen.

BZ+
Jetzt weiterlesen mit BZ+
4 Wochen für nur 1 € testen
Zugang zu allen Premium-Artikeln
Flexible Laufzeit, monatlich kündbar.