Ölnotierungen setzen Abwärtstrend fort
xaw Frankfurt
Während sich die Verhandlungen der EU-Mitgliedstaaten um die Höhe einer Preisobergrenze für russisches Öl hinziehen, setzen die Notierungen des Energieträgers am Spotmarkt ihren Abwärtstrend fort. Die Nordseesorte Brent gab am Donnerstag bis zum Abend um 0,3% auf 85,16 Dollar pro Barrel nach. US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate wurde zeitweise zu 76,89 Dollar gehandelt und damit 1,3% unter dem Vortagesniveau.
Am 5. Dezember treten Sanktionen der EU auf russisches Öl in Kraft. Infolge des Embargos dürfte sich das Angebot an Energierohstoffen in der Staatengemeinschaft in den kommenden Monaten stark verknappen. Zugleich soll ein Preisdeckel für russisches Öl wirksam werden. Gemäß diesem wäre es europäischen Versicherern und andere Dienstleistern verboten, Lieferungen an Drittländer zu Preisen zu ermöglichen, die höher ausfielen als der Grenzwert. Allerdings fallen die bisher diskutierten Preisdeckel höher aus als von Marktteilnehmern erwartet. Laut der Investmentbank Goldman Sachs reduziert dies die Gefahr russischer Gegenschläge und einer weiteren drastischen Verknappung des Ölangebots am globalen Markt.
Auch die Gefahr einer schweren Rezession in den USA und die steigenden Corona-Fallzahlen in China erhöhen die Sorgen der Investoren vor einem Einbruch der globalen Ölnachfrage. Die Commerzbank verweist jedoch darauf, dass die weltweiten Öllagerbestände niedrig seien und das Opec-Angebot reduziert bleibe. In der Folge sei zum Jahresende wieder mit steigenden Notierungen zu rechnen.