Pimco gefallen inflationsgeschützte Anleihen
Pimco gefallen inflationsgeschützte Anleihen
Daniel Ivascyn: Im historischen Vergleich ziemlich attraktiv
hip London
Pimco geht davon aus, dass inflationsgeschützte US-Staatsanleihen (TIPS) angesichts hoher realer Renditen und attraktiver Bewertungen eine glänzende Performance liefern werden. Wenn die Inflation in den kommenden zehn Jahren über 2,3% liegen sollte, wäre man mit TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities) besser bedient als mit einer regulären US-Staatsanleihen, sagte der Pimco-Anlagechef Daniel Ivascyn in London. „Wir haben eine zehnjährige Phase negativer realer Renditen am Bondmarkt hinter uns“, sagte Ivascyn. Nun könne man inflationsbereinigt 2% bekommen. TIPS seien aus einer Sicht „a very nice asset". Auch wenn die Renditen noch weiter steigen könnten, seien sie doch im historischen Vergleich ziemlich attraktiv. „Uns gefallen diese Renditen.“
Aktien „schreiend teuer“
Risikoassets seien vergleichsweise hoch bewertet. Trotz der jüngsten Kursschwäche seien Aktien „schreiend teuer“, sagte Ivascyn. Fixed Income sei im Vergleich zu anderen Dingen sehr attraktiv. „Wir müssen uns an eine höhere Volatilität gewöhnen, solange die Teuerungsrate nicht auf das Inflationsziel zurückgeht“, führte der Pimco-Anlagechef aus. Das könne noch ein paar Jahre in Anspruch nehmen.
Deutlich im Vorteil
Erstmals seit vielen Jahren sind Anleihen ihm zufolge mit Blick auf die Bewertung im Vergleich zu anderen Assets deutlich im Vorteil. Im Gegensatz zu anderen mache er sich keine großen Sorgen über eine möglicherweise aus der US-Staatsverschuldung hervorgehende Krise. Andererseits hat er keine großen Hoffnungen, dass das Haushaltsdefizit wesentlich reduziert werden könnte. „Wir halten das für sehr schwierig zu bewerkstelligen, ohne an die gesetzlich verankerten Sozialleistungen heranzugehen“, sagte Ivascyn. Auf einem auf der Veranstaltung gezeigten Slide hieß es, die USA seien „eine Krankenversicherungsgesellschaft mit einer Armee“. Es könne gleichwohl eine „subtile, aber positive Dynamik“ aus den Anstrengungen erwachsen, die Staatsausgaben zu senken und die Effizienz des Staatsapparats zu steigern. Ähnlich sah es Libby Cantrill, Head of Public Policy bei Pimco. „Die Verfassung ist ziemlich klar dazu, wo das Haushaltsrecht liegt“, sagte sie. Man begrüße als Anleihengläubiger die Debatte über Defizite. Doch könne Elon Musks DOGE ohne Zustimmung des Kongresses nur sehr wenig tun.
Mar-a-Lago Accord unwahrscheinlich
Ein „Mar-a-Lago Accord“ zur Schwächung der US-Währung analog zum Plaza-Abkommen sei zwar möglich, aber nicht wahrscheinlich, sagte Cantrill. „Die praktische Schwierigkeit dabei ist, dass man die Kooperation vieler Verbündeter wie Mexiko, Kanada und der EU dafür bräuchte.“ Sie dürften derzeit wenig Bereitschaft dazu zeigen. Zudem wäre das für Interventionen in diesen Märkten benötigte Devisenvolumen ein Problem. Der jüngste Abverkauf von Bundesanleihen sei „ein bisschen exzessiv“ gewesen, sagte Ivascyn. Aber wenn man ein global diversifiziertes Bondportfolio habe, das einem 7% oder 8% zahle, könne man einen vorübergehenden Preisrückgang durchstehen.
„CLO-Manie“
Schuldentitel niedriger Qualität seien seit 2009 unglaublich gut gelaufen. „Es fühlt sich manchmal wie eine CLO-Manie an“, sagte der Pimco-Anlagechef. Was nicht jedem klar sein dürfte, sei, dass der Kupon variabel verzinslicher Anleihen niedriger ausfalle, wenn die Notenbank den Leitzins senkt.