Standort Deutschland droht die Mumifizierung
Investitionsschwäche
Deutschland droht Mumifizierung statt Modernisierung
lz Frankfurt
Die Wachstumsschwäche in Deutschland hat ihre Ursache nicht nur in der vorherrschenden schlechten Stimmung von Konsumenten und Unternehmen, die wegen der politischen Entwicklungen der vergangenen Jahre verunsichert sind und daher vorsichtig taktieren. Selbst die schwierigen Exportmärkte sind nicht allein dafür verantwortlich. Die Schwäche ist vielmehr eine Folge „innerdeutscher“ Blockaden, die ein Wiedererstarken der deutschen Wirtschaft verhindern und die Wachstumskraft immer weiter aushöhlen.

Kernproblem ist die seit Jahren anhaltende Investitionsschwäche. Das gilt nicht nur für den Staat, der Infrastruktur hat verlottern lassen und zu wenig in die Modernisierung (Digitalisierung) investiert hat, sondern auch für private Investitionen. Die Unternehmen sehen sich wegen unrentabler Bedingungen und unsicherer Absatzerwartungen dazu gezwungen, Investitionen in die Region zurückzufahren und ihr Heil im Ausland zu suchen. Energiekosten, Lohnkosten, Fachkräftemangel, zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie, hohe Auflagen und schlechte Infrastruktur sind die Stichworte. Die Folge: Kapital fließt ab, Auslandsinvestitionen kommen nicht ins Land. Längst hat der Standort im Wettbewerbsranking gerade im Technologiebereich massiv verloren, wird immer unattraktiver.
Das Fatale: Damit sinkt das Wachstumspotenzial auch für bessere Zeiten. Deutschland liegt hier weit hinter den allermeisten Industrieländern. Ohne Investitionen zudem kein Wachstum, ohne Wachstum sinkt die Attraktivität für Investitionen, ein Teufelskreis setzt sich in Gang. Nur eine energische Wachstumspolitik, die alle Investitionshindernisse adressiert, kann eine Wende schaffen.