Förderbanken

KfW-Vorständin Kehr übernimmt weitere Zuständigkeit

Katharina Herrmann verlässt den KfW-Vorstand. Die Verantwortung für das inländische Fördergeschäft übergibt sie an Melanie Kehr.

KfW-Vorständin Kehr übernimmt weitere Zuständigkeit

KfW-Vorständin Kehr
übernimmt weitere Aufgaben

fed Frankfurt

Stühlerücken am Vorstandstisch der KfW-Bankengruppe: Katharina Herrmann nimmt Abschied aus dem Führungsgremium der staatlichen Förderbank. Sie wird Ende April „auf eigenen Wunsch und einvernehmlich" den Vorstand verlassen.

Ihre Entscheidung begründet die 56-jährige Wiesbadenerin mit privaten Gründen. Der Zeitpunkt sei absichtsvoll gewählt, denn vor dem Hintergrund des Wechsels der Bundesregierung sei „jetzt ein guter Moment für die Staffelübergabe“, erläutert Herrmann. Die gelernte Bankkauffrau und studierte Betriebswirtin war viele Jahre bei Kreditinstituten − von der Nassauischen Sparkasse über die Commerzbank bis zur ING Diba − tätig, bevor sie als Generalbevollmächtigte zur KfW wechselte und 2023 in den Vorstand einzog und dort das inländische Fördergeschäft verantwortete.

Herrmanns Aufgaben übernimmt künftig Melanie Kehr. Die 50 Jahre alte Ökonomin ist bereits seit 2019 im Vorstand und kümmert sich bislang um die Informationstechnologie, um das Transaktions- und Datenbankmanagement und um Operations, agiert also als CIO und COO. In den vergangenen sechs Jahren hat sie quasi den Maschinenraum der Förderbank gesteuert. Dabei hat Kehr, wie die Bank betont, „die agile Transformation der KfW aus der IT heraus initiiert“. Agil ist freilich auch eine treffende Beschreibung für Kehrs eigenen Arbeitsstil, denn sie bringt mit großer Energie Vorhaben in Bewegung und ist dabei bereit, Dinge auszuprobieren, bevor die letzte Eventualität geklärt ist.

Die gebürtige Essenerin hat bei der KfW nicht nur die Digitalisierung von Prozessen vorangetrieben, sondern auch die Vereinfachung − und das bedeutet vor allem: die Standardisierung − der Förderprodukte. Nun wird für diese Aufgaben ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Bis der oder die gefunden ist, liegen die Zuständigkeiten für IT, Operations und eben nun auch für die Inlandsförderung bei Kehr.

Das inländische Fördergeschäft ist seit jeher ein von der Politik und von der Öffentlichkeit besonders beachtetes Ressort der KfW, zählt doch beispielsweise die Mittelstandsfinanzierung zu den Kernaufgaben der Bankengruppe. In der Vergangenheit wurde es unter anderem von Ingrid Hengster geleitet, die anschließende Deutschland-Chefin von Barclays, und von Axel Nawrath, der im Anschluss daran fünf Jahre lang Vorstandschef der L-Bank war.

KfW-Chef Stefan Wintels bedankte sich nach der Bestätigung des Personalwechsels durch den Verwaltungsrat bei Herrmann für „die erfolgreiche Neuaufstellung des inländischen Fördergeschäfts“. Zugleich unterstrich er: „Mit Melanie Kehr setzen wir auf Kontinuität und Neuanfang zugleich.“ In den kommenden Jahren werde es darauf ankommen, dass die KfW ihre Aktivitäten noch stärker an der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ausrichte, so Wintels.