Post hält digitalen Zombie am Leben
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Die E-Mail hat einen Konkurrenten weniger. Nicht Whatsapp räumt das Feld – der „E-Postbrief“ wird sein Schattendasein nur noch bis Ende November fristen. Wer den 2010 von der Deutschen Post eingeführten Dienst, eine Mail als Brief zu versenden, in der Weihnachtssaison nicht missen möchte, muss indes nicht verzweifeln. Der Bonner Dax-Konzern hat sich mit 1&1 zusammengetan, um das Zombieprodukt vorerst im untoten Zustand zu halten. Wer ein Mailkonto der 1&1-Dienste GMX und Web.de hat, kann künftig digitale Dokumente „als Brief versenden“. Damit kommen 2022 zwei Unternehmen zusammen, die sich 2013 in ihrem von der Öffentlichkeit wenig beachteten Wettstreit um die Ablösung der E-Mail noch mit harten Bandagen bekämpft hatten. Damals legte die Post bei der EU-Kommission Beschwerde gegen ein Gesetz ein, das die von Telekom und 1&1 unterstützte De-Mail gegenüber dem E-Postbrief bevorzugte. Erfolg hatten am Ende beide nicht. Weder E-Post noch De-Mail wurden oft versendet. Das Konzept der E-Post ist schon lange vor deren Ableben versandet.