IAG kauft für 1 Mrd. Euro Aktien zurück
British-Airways-Mutter IAG kauft für 1 Mrd. Euro Aktien zurück
Geschäftszahlen für 2024 übertreffen Markterwartungen
hip London
Der Lufthansa-Rivale IAG wird seine Aktionäre nach einem unerwartet starken Geschäftsjahr mit einem 1 Mrd. Euro schweren Aktienrückkauf beglücken. Zudem winkt ihnen eine Dividende von insgesamt 9 Cent je Aktie. Die Airline-Holding hatte ihre Ausschüttungen nach dem ersten Halbjahr 2024 mit einer Zwischendividende wieder aufgenommen.
Wie die International Consolidated Airlines Group (IAG) mitteilte, stieg ihr bereinigtes operatives Ergebnis 2024 um mehr als ein Viertel auf 4,4 (i.V. 3,5) Mrd. Euro. Analysten hatten im Schnitt lediglich 4,1 Mrd. Euro auf der Rechnung. Neben British Airways gehören auch die irische Aer Lingus und die spanischen Airlines Iberia und Vueling zur Gruppe.
IAG-Flaggschiff als Gewinntreiber
Doch British Airways war der größte Treiber der Gewinnsteigerung. Der Beitrag des Flaggschiffs der Gruppe zum operativen Ergebnis stieg um mehr als die Hälfte. Die operative Marge von IAG verbesserte sich, um Einmaleffekte bereinigt, um 1,9 Prozentpunkte auf 13,8% – ein Wert, um den die Wettbewerber das Unternehmen beneiden dürften. Der Free Cashflow schwoll auf 3,6 (2,2) Mrd. Euro an.
„Diese Performance wäre ohne die harte Arbeit und das Engagement unserer Mitarbeiter, die unsere gruppenweite Transformation weiter voranbringen, nicht möglich gewesen“, sagte der als knallharter Kostensenker bekannte Chief Executive Luis Gallego.
Anhaltend starke Nachfrage
Die starke Nachfrage seitens der Kunden halte an, heißt es im Ausblick auf das laufende Geschäft. Vor Währungseffekten und ohne Treibstoffkosten rechnet das Management damit, dass sich die Kosten stabil entwickeln werden. Man erwarte ein „nachhaltiges“ Wachstum beim Ergebnis pro Aktie.
Die Zahl der Geschäftsreisenden habe im vergangenen Jahr zugenommen. Allerdings geht das Unternehmen nicht davon aus, dass sie sich wieder auf das vor der Pandemie übliche Niveau erholen wird, insbesondere nicht auf den Kurzstrecken.
Mehr Premium-Passagiere
„Mit ihrer Basis in London hat IAG im Vergleich zu anderen Airlines einen hohen Anteil von Premium-Passagieren“, schrieb der Analyst Aarin Chiekrie von Hargreaves Lansdown. „London ist weltweit führend, wenn es um Ankunft und Abflug von Reisenden im Premium-Segment geht. Diese Kunden sind eher bereit, für einen besseren Platz zu bezahlen. Das hilft dabei, die Marge zu steigern.“
Die Analysten von Peel Hunt gehen davon aus, dass der Passagierumsatz pro verfügbarem Sitzkilometer wegen des eingeschränkten Angebots bei zugleich starker Nachfrage höher als von ihnen erwartet ausfallen wird. Das Unternehmen rechne mit Blick auf die Lieferschwierigkeiten der Flugzeughersteller und der anhaltenden Probleme mit Trent-Triebwerken von Rolls-Royce bei den angebotenen Sitzkilometern mit einem Wachstum von lediglich 3%. Die Luftfahrtexperten des Brokers hatten 3,9% erwartet.