Energieversorger

Engie begeistert Investoren mit höherer Prognose

Der französischer Versorger rechnet trotz einer durchwachsenen Bilanz in diesem Jahr mit besseren Ergebnissen als bisher.

Engie begeistert Investoren mit höherer Prognose

Engie begeistert Investoren
mit höherer Prognose

Versorger weist durchwachsene Ergebnisse aus

wü Paris

Die Ergebnisse fallen trotz des steigenden Beitrags erneuerbarer Energien in Europa und Amerika durchwachsen aus. Doch dafür hat Engie Anleger mit dem Versprechen auf bessere Zeiten verzückt. Nachdem der 2008 aus der Fusion des traditionellen Gasversorgers Gaz de France und Suez entstandene Energieversorger seine Prognosen für das laufende Jahr angehoben hat, vollführte seine Aktie Donnerstag an der Börse von Paris zeitweise den größten Kurssprung innerhalb des CAC 40 und erreichte damit den höchsten Stand seit fast zehn Jahren.

Engie-Chefin Catherine MacGregor rechnet nun für 2025 mit einem wiederkehrenden Nettoergebnis zwischen 4,4 bis 5 Mrd. Euro. Zuvor war sie von 3,9 bis 4,5 Mrd. Euro ausgegangen. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) außer Atomkraft peilt sie nun 8 bis 9 Mrd. Euro statt der bisher anvisierten 7,9 bis 8,9 Mrd. Euro an. Zum Vergleich: Letztes Jahr verbesserte sich das wiederkehrende Nettoergebnis von Engie im Vergleich zum Vorjahr um 3,1% auf 5,5 Mrd. Euro. Dagegen brach das Ebit außer Atomkraft um 6,2% auf 8,9 Mrd. Euro ein. Der Umsatz fiel mit 73,8 Mrd. Euro 10,6% niedriger aus.

Rückgang Atomaktivitäten

Das Nettoergebnis wiederum, das sich letztes Jahr mit 4,1 Mrd. Euro nahezu verdoppelt hat, soll 2027 wieder steigen, auf 4,4 bis 5 Mrd. Euro. Das nächste Jahr dagegen dürfte von einem Rückgang des Beitrags von Atomaktivitäten geprägt sein, erklärte Engie. Der Versorger setzt immer stärker auf erneuerbare Energien. Sie haben letztes Jahr 2,2 Mrd. Euro zum Ebit beigetragen, 9,6% mehr als im Vorjahr, die Atomaktivitäten 1,45 Mrd. Euro, 139% mehr als 2023. Diesen starken Anstieg erklärt Engie mit dem Fehlen einer inframarginalen Steuer in Belgien im letzten Jahr und höheren Preisen.

In Belgien konnte Engie eigenen Angaben zufolge jetzt einen entscheidenden Schritt vollziehen, nachdem die EU-Kommission letzte Woche grünes Licht für Staatshilfen gegeben hat, die für die Verlängerung der Lebensdauer der Reaktoren Doel 4 und Tihange 3 dienen soll. Der Versorger will nun mit dem belgischen Staat bis zum 14. März die für die Betriebsverlängerung der bei Antwerpen und Lüttich gelegenen Reaktoren notwendige Transaktion abschließen. Am Bau neuer Reaktoren, wie sie der neue belgische Energieminister Mathieu Bihet wünscht, will sie Engie bisher nicht beteiligen.

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