Mitbestimmung in Firmen nach chinesischer Übernahme erschwert
Mitbestimmung in Firmen nach chinesischer Übernahme erschwert
Reuters Berlin
Der Einstieg chinesischer Investoren bei deutschen Unternehmen erschwert einer Studie zufolge mitunter die Mitbestimmung durch die Arbeitnehmer. Sprachbarrieren und ein eingeschränkter Zugang zu Informationen gehörten zu den Problemen, geht aus der vom Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung geförderten Untersuchung hervor. Es gebe zwar keine Versuche, die Arbeit von Betriebsräten aktiv zu behindern. Allerdings seien die chinesischen Gesellschafter und Manager für die Arbeitnehmerseite oft gar nicht ansprechbar.
„Diese Abwesenheit in der Sozialpartnerschaft wird besonders problematisch, wenn eine gemeinsame Lösungsfindung zur Bewältigung einer Krisensituation unerlässlich ist“, sagte Studienautorin Shuwen Bian. I.M.U.-Direktor Daniel Hay fügte hinzu: „Die erfolgreiche Integration chinesischer Investor*innen in deutsche Unternehmen erfordert nicht nur finanzielles Engagement, sondern auch die Bereitschaft, Mitbestimmung und Zusammenarbeit als Fundament für langfristigen Erfolg und harmonische Partnerschaften zu verstehen.“ In die Analyse flossen Berichte von Vertretern der Beschäftigten aus 23 Betrieben ein, die seit mindestens drei Jahren chinesisch geführt wurden. Es handelt sich also nicht um eine repräsentative Betrachtung aller Übernahmen.
Es sind gut 200 deutsche Unternehmen überwiegend im Besitz von Anteilseignern aus der Volksrepublik. Forscherin Bian hat untersucht, wie sich die betriebliche Mitbestimmung in Unternehmen entwickelt hat, die zwischen 2001 und 2023 direkt von Käufern aus China –übernommen wurden.
Die Übernahmedynamik war demnach zuletzt deutlich niedriger als in den 2010er Jahren. Von 2021 bis 2023 zählte die Forscherin 17 Übernahmen.