Negatives Eigenkapital

Sanierung der Baywa verlängert sich um ein Jahr

Die Baywa gibt die Mehrheit an ihrer Energietochterfirma ab. Das bringt eine Entlastung, hat aber auch Folgen für die Dauer der Sanierung.

Sanierung der Baywa verlängert sich um ein Jahr

Sanierung der Baywa
verlängert sich um ein Jahr

Mehrheit der Energietochterfirma geht an Schweizer Investor

jh München

Die Sanierung des Münchner Agrar- und Baustoffkonzerns Baywa verlängert sich voraussichtlich um ein Jahr bis Ende 2028. Der Grund dafür ist die seit längerem angestrebte Veränderung der Mehrheitsverhältnisse der Energietochterfirma BayWa r.e. Eine Kapitalerhöhung des Unternehmens für Solar- und Windkraftprojekte zeichnet im Wesentlichen der Schweizer Finanzinvestor Energy Infrastructure Partners (EIP) und steigert somit seinen Anteil von 49 auf 65%, wie die Baywa und EIP ankündigten.

EIP will dafür 150 Mill. Euro investieren. Der Anteil der Baywa sinkt unter Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsaufsicht von 51 auf 35%. Die Baywa muss die hoch verschuldete Tochtergesellschaft dann nicht mehr voll konsolidieren. Im Gegenzug verpflichtet sich die Baywa, auf ein Gesellschafterdarlehen von 350 Mill. Euro zu verzichten. Die Folge ist ein negatives Eigenkapital der Baywa AG, wie der Konzern mitteilt. Wegen eines Verlustes der Hälfte des Grundkapitals müsse die Hauptversammlung einberufen werden. Der Konzern betont: „Die positive Fortführungsprognose der Baywa AG besteht weiterhin.“

Zusätzlicher Kapitalbedarf

Das Sanierungsgutachten müsse in diesem Zusammenhang aktualisiert werden. Eine Verlängerung der Sanierungsphase „um ein Jahr bis Ende 2028“ werde erwartet. Zudem prüfe der Vorstand Anpassungen des Restrukturierungsplans im Rahmen des StaRUG-Verfahrens. Mit dessen erfolgreichem Abschluss rechnet das Unternehmen weiterhin.

Die BayWa r.e. hat nach Angaben der Baywa einen zusätzlichen Kapital- und Avalbedarf von rund 435 Mill. Euro bis 2028. Dieser könne mit der von EIP geleisteten Kapitalerhöhung „und zusätzlich bereitgestellten Fremdfinanzierungen“ gedeckt werden. Nach der Trennung von der Mehrheit an der Tochterfirma will sich die Baywa auf ihr Kerngeschäft konzentrieren – „wie im Transformationskonzept vorgesehen“.

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