USA ziehen Daumenschrauben an

Zölle treffen Autohersteller in Japan und Südkorea

Die genauen Folgen sind noch schwer abschätzbar, aber die US-Zölle werden die Autohersteller aus Japan und Südkorea empfindlich treffen.

Zölle treffen Autohersteller in Japan und Südkorea

Zölle treffen Autobauer in Japan und Südkorea

Martin Fritz, Tokio

In Asien trifft die Zollerhöhung Japan und Südkorea am stärksten. Laut dem Mitsubishi-Forschungsinstitut kommen 40% der in den USA verkauften japanischen Autos aus dem Ausland. Bei koreanischen Autos beträgt der Importanteil 60%. Die Regierungen in Tokio und Seoul reagierten daher vorsichtig. Japans Premier Shigeru Ishiba meinte, „alle Optionen“ lägen auf dem Tisch. Dazu gehören freiwillige Exportbeschränkungen und die Erhöhung von Einfuhren für Erdgas, Getreide und Fleisch.

„Erhebliche Schwierigkeiten“

Auch Südkorea wird voraussichtlich Ausnahmen beantragen. Das Industrieministerium in Seoul versprach eine Notfallreaktion bis April, um die einheimischen Autohersteller zu unterstützen, die durch die Zölle voraussichtlich mit „erheblichen Schwierigkeiten“ konfrontiert sein werden. Analysten zufolge stärkt die Ankündigung der Hyundai-Gruppe vom Montag, 21 Mrd. Dollar in den USA zu investieren, die südkoreanische Verhandlungsposition.

Die japanischen Autohersteller Toyota, Subaru, Mazda und Honda teilten lediglich mit, sie würden die potenziellen Auswirkungen prüfen. Hyundai setzt sich „weiterhin für das langfristige Wachstum der US-amerikanischen Automobilindustrie durch lokale Produktion und Innovation ein“. Die verhaltenen Reaktionen spiegeln die heikle Lage der Hersteller wider: Als große US-Unternehmen wollen sie sich nicht gegen Trump stellen, befürchten aber negative Auswirkungen auf die Produktion in ihrer Heimat.

Unterschiedliche Schätzungen

Laut einer Schätzung von Takahide Kiuchi vom Nomura-Forschungsinstitut reduziert ein Einfuhrzoll von 25% die japanischen Autoexporte in die USA um 15-20%. Dagegen geht Kenichi Kawasaki vom National Graduate Institute for Policy Studies von einem Rückgang um lediglich 5,8% aus. Nomura-Autoanalyst Anindya Das sagt für Toyota einen Rückgang des Betriebsgewinns um 30% vorher, aber Kota Yuzawa von Goldman Sachs rechnet für 2026 nur mit einem Minus von 6%. Der japanische Weltmarktführer exportierte im Vorjahr knapp die Hälfte seines US-Absatzes, davon 530.000 Autos aus Japan, 245.000 aus Mexiko und geschätzte 354.000 aus Kanada.

Die südkoreanische Hyundai-Gruppe mit ihrer Tochterfirma Kia führte 2024 mehr als 1 Mill. Fahrzeuge in die USA ein. Die beiden Hersteller müssten durch den erhöhten Satz bis zu 10 Bill. Won (6,3 Mrd. Euro) jährlich mehr Zoll zahlen, kalkulierte Analyst Yoon Hyuk-jin von SK Securities in Seoul. Das entspricht fast 40% ihres Betriebsgewinns im Jahr 2024.

BZ+
Jetzt weiterlesen mit BZ+
4 Wochen für nur 1 € testen
Zugang zu allen Premium-Artikeln
Flexible Laufzeit, monatlich kündbar.