Keine Entwarnung bei Dienstleistungsinflation
Keine Entwarnung bei Dienstleistungsinflation
Preisdruck in der Eurozone weiterhin hoch
mpi Frankfurt
Die Preise für Dienstleistungen steigen stärker als es mit dem Inflationsziel der EZB vereinbar ist. Im Januar legten sie in der Eurozone im Jahresvergleich um 3,9% zu. Das Statistikamt Eurostat bestätigte am Montag seine Erstschätzung. Die EZB rechnet damit, dass die Inflationsrate in diesem Bereich im weiteren Jahresverlauf abnimmt. Das muss sie auch, damit die Notenbank ihr Inflationsziel von 2% für den gesamten Warenkorb erreichen kann.
Ökonomen schätzen, dass die Dienstleistungsinflation auf rund 3% fallen muss, damit die EZB ihr Mandat in diesem Jahr erfüllen kann. Dass dies genügt, liegt daran, dass die Teuerung bei Waren deutlich unter 2% liegt. Industriegüter ohne Energie verteuerten sich zum Jahresstart lediglich um 0,5%.
Hartnäckige Teuerung
Der Rückgang bei der Dienstleistungsinflation ist nach Ansicht einiger Volkswirte jedoch kein Selbstläufer. „Die Stärke des Dienstleistungssektors zeigt sich in der Fähigkeit der Unternehmen, die Preise in einem ähnlich robusten Tempo wie zuvor zu erhöhen“, sagte Cyrus de la Rubia, Chefökonom der Hamburg Commercial Bank (HCOB). „Der Rückgang der zähen Dienstleistungsinflation könnte mehr Zeit in Anspruch nehmen als gedacht, zumal die Inflationserwartungen der Konsumenten zuletzt wieder gestiegen sind“, meint Stephanie Schoenwald, Konjunkturexpertin bei KfW Research.
Die EZB wiederum erwartet aufgrund von Unternehmensbefragungen einen deutlichen Rückgang des Lohnwachtums in den kommenden Monaten. Die Löhne spielen bei der Entwicklung der Inflation für Dienstleistungen eine wichtige Rolle.