Trumps Handelskrieg

Trump setzt den Dollar als Weltwährung aufs Spiel

Die „Gegenzölle“ Trumps für den Warenhandel schaden den USA und ihren Bürgern mehr als den Adressaten dafür, sind sich Ökonomen sicher. Aber zuvor müssen alle Länder durch eine tiefe Wachstumsdelle. Und für Washington könnte es noch schlimmer kommen.

Trump setzt den Dollar als Weltwährung aufs Spiel

Trump setzt den Dollar
als Weltwährung aufs Spiel

Ökonomen: Neue „Gegenzölle“ schaden den USA am meisten

lz Frankfurt

Die Einordnung von Trumps „Gegenzoll“-Attacke durch die Ökonomen scheint ziemlich einhellig: Die USA und alle anderen Länder werden deutliche Wachstumseinbußen hinnehmen müssen, auch die Inflation wird wieder ihr Haupt erheben, aber vor allem in den Vereinigten Staaten werden die Verbraucher besonders leiden müssen. Trump überschätze die Rolle seines Landes für alle anderen Handelsnationen, und er unterschätze die Bedeutung des von ihm mit Füßen getretenen globalen Regelwerks für seine Volkswirtschaft.

Allerdings müssen alle Länder zunächst mit der Unordnung zurechtkommen, bevor sich neue Strukturen bilden. Das Institut der deutschen Wirtschaft spricht von einer „ökonomischen Katastrophe“ für Deutschland. Der kumulierte Schaden könnte über die vierjährige Amtszeit Trumps rund 200 Mrd. Euro betragen, für die EU etwa 750 Mrd. Euro. Das BIP läge 2028 um etwa 1,5% niedriger als ohne Zölle. Gleichwohl rät das IW vor direkter Vergeltung im Warenhandel ab. Europa würde nur den Kürzeren ziehen. Beim digitalen Business indes seien die USA verwundbar. Ansatzpunkt: Die Gebühren für die Nutzung geistigen Eigentums, die US-Töchter in Multi-Milliardenhöhe regelmäßig in die USA überweisen.

Extreme Ergebnisse

Das Institut für Weltwirtschaft hat den Handelskrieg ebenfalls durchgerechnet und kommt zu extremen Ergebnissen: Das Produktionsminus für die USA liegt kurzfristig bei 2%, für die EU bei 0,3% und für Deutschland bei 0,5%. Dramatisch die Preiswirkungen: In den USA ein Plus um 9%, während sie andernorts zurückgehen.

Noch schlimmer könnte es kommen, wenn auch noch der Dollar in eine Vertrauenskrise gerät. George Saravelos, Devisenchef der Deutschen Bank in London, warnt vor einer „sich selbst erfüllenden Abkehr von extremen Übergewichtungen“: „Wir befinden uns mitten in einem dramatischen Regimewechsel auf den Märkten.“

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