Enttäuschte Erwartungen
Bitcoin
Enttäuschte Erwartungen
Von Tobias Möllers
Die hochfliegenden Erwartungen nach dem Wahlsieg von Donald Trump hat der Bitcoin und mit ihm die gesamte Kryptobranche bisher nicht erfüllen können. In den wenigen Wochen seit seinem Amtsantritt hat sich der US-Präsident als Fluch und Segen zugleich für die junge Assetklasse erwiesen. Zuletzt überwog der Fluch. Ein spektakulärer Krypto-Diebstahl sorgte dann in den vergangenen Tagen sogar noch für eine Beschleunigung der Talfahrt und ist nur der jüngste Beleg dafür, dass Kryptowährungen eine höchst spekulative Anlageklasse bleiben.
Dabei waren Anhänger der Krypto-Devisen mit so viel Optimismus ins Jahr gestartet. Trump hatte sich im Wahlkampf als Krypto-Präsident präsentiert. Als ein Kandidat, der die Branche fördern und die Regulierung ebendieser durch die SEC zurückfahren will. Selbst einer US-Kryptoreserve, ähnlich der US-Goldreserve, stand Trump offen gegenüber. Das gab den Kryptowährungen und vorneweg dem Bitcoin über Wochen kräftigen Rückenwind. Mitte Januar erreichte die älteste Kryptowährung der Welt ein Allzeithoch bei knapp 109.400 Dollar. Mit Trumps Wahlsieg kehrte dann Ernüchterung ein. Von den großen Ankündigungen des US-Präsidenten ist bisher wenig mehr als heiße Luft geblieben. Nicht unpassend für diese Assetklasse, höhnten schon manche Kritiker, denen ein handfester und messbarer Wert hinter Kryptowährungen fehlt. Zusätzlich belasten Trumps Zolldrohungen, die zu einer höheren Inflation und weniger Leitzinssenkungen führen könnten, den Bitcoin.
In diese skeptische Grundstimmung hinein platzte dann der nächste Skandal: Bei einem spektakulären Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit gelang es Cyberkriminellen, Digitalgeld im Wert von 1,5 Mrd. Dollar illegal abzuschöpfen. Beobachter sprechen vom größten Krypto-Coup aller Zeiten. Der Preis für eine Bitcoin-Einheit fiel daraufhin auf den tiefsten Stand seit Mitte November letzten Jahres. Zuletzt notierte er bei rund 89.700 Dollar. Sind nun Einstiegspreise erreicht, oder geht es noch weiter abwärts? Sicher ist bei Kryptowährungen nur eins: Es bleibt auch in der nächsten Zeit höchst volatil.