Hugo Boss kommt mit seinen Wachstumsplänen voran
kro Frankfurt − Weil Kleider wieder Leute machen, hat der Modekonzern Hugo Boss im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich belief sich der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf 53 Mill. Euro, wie das MDax-Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mitteilte. Im coronabedingt schwachen Vorjahreszeitraum waren es gerade mal 4 Mill. Euro. „Natürlich hat uns das Ende des Corona-Lockdowns ins großen Teilen der Welt geholfen“, sagte Finanzchef Yves Müller bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen. So habe die weltweite Store-Öffnungsrate zuletzt bei 95 % gelegen, während sich gleichzeitig die Verbraucherstimmung in vielen Schlüsselmärkten spürbar aufgehellt habe. Der Umsatz stieg somit wie bereits bekannt um 42 % auf 755 Mill. Euro.
Es greife jedoch zu kurz, die Dynamik allein mit dem verbesserten Marktumfeld zu erklären, sagte Müller. „Das Momentum hat auch gute hausgemachte Gründe.“ So habe Hugo Boss nicht nur im schwierigen US-Markt den Turnaround geschafft, sondern auch bei der im August vorgestellten Wachstumsstrategie erste sichtbare Erfolge erzielt. Dabei geht es dem Unternehmen vor allem darum, mit seinen Marken Hugo und Boss verstärkt ein jüngeres Publikum anzusprechen. „Wir wollen Kunden zu Fans machen“, beschrieb es der Finanzchef. „Dafür wollen wir erheblich investieren, in Produkte, Marken und Digitalisierung.“ Für die Erneuerung der Hugo-Boss-Shops will das Management in den nächsten Jahren eine halbe Milliarde Euro in die Hand nehmen, dazu 100 Mill. Euro für Marketing und 150 Mill. Euro für die Digitalisierung. Mit 26 Mill. Euro hat das Unternehmen nun bereits im dritten Quartal 40 % mehr investiert als im Vorjahr. Bis 2025 sollen sich die Umsätze damit auf 4 Mrd. Euro verdoppeln. und die Ebit-Marge bei etwa 12 % liegen.
Im dritten Quartal haben die weltweit hohen Fracht- und Zollkosten die Brutto-Marge leicht geschmälert. Über die Weitergabe der Inflation in Form von Preiserhöhungen sei noch nicht abschließend entschieden worden, sagte Müller. Mit Blick auf die Entwicklung der Nachfrage sei er für den Jahresendspurt aber grundlegend zuversichtlich gestimmt.