Unsicherheiten belasten Entscheid zu Porsche-IPO
ste Hamburg
Kurz vor der Entscheidung von Volkswagen über einen Teilbörsengang der Sportwagenmarke Porsche AG Ende September oder Anfang Oktober haben Befürchtungen von Anlegern im Zusammenhang mit einer Energiekrise in Europa einmal mehr das seit Monaten kritische Umfeld am Aktienmarkt deutlich werden lassen. Während der Leitindex Dax zum Wochenauftakt um 2,2% nachgab, büßten VW-Vorzüge um 3,7% und die Papiere der Porsche Automobil Holding SE, über die die VW-Eigentümerfamilie Porsche/Piëch die Mehrheit der stimmberechtigten Stammaktien hält, um 4,6% ein.
In einem im Intranet des Wolfsburger Mehrmarkenunternehmens veröffentlichten Interview erklärte VW-Finanzchef Arno Antlitz, Prüfung und Vorbereitung eines Börsengangs der Konzerntochter gingen „planmäßig voran“. Dass der Aufsichtsrat, der am Montagabend beraten wollte, grünes Licht für das Vorhaben geben wird, erschien zuletzt aber nicht sicher. Aus Kreisen der beteiligten Banken verlautete indes, man gehe davon aus, dass der Börsengang stattfinden werde. Der VW-Konzern benötigt die Mittel aus dem Börsengang, um den Umbau in Richtung Zukunftstechnologien zu beschleunigen. Kolportiert wurde eine Bewertung der Porsche AG zwischen 60 Mrd. und 85 Mrd. Euro.
Laut den Plänen für den Börsengang, die zuerst am 24. Februar, dem Tag der Invasion Russlands in der Ukraine, veröffentlicht wurden, soll das Grundkapital der Porsche AG je zur Hälfte in Vorzugs- und Stammaktien aufgeteilt werden. Bis zu 25% der Vorzüge sollen am Kapitalmarkt platziert werden. Die Porsche SE soll 25% plus eine Aktie der Stammaktien zum Preis der Vorzugsaktien erwerben, zuzüglich einer Prämie von 7,5%.
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