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Frauen gründen schon – nur eben weniger Start-ups

Wieder einmal schlägt der Start-up-Verband Alarm: Es gibt zu wenig Frauen in der Gründerszene! Die Statistiken sind in der Tat ernüchternd – sie deuten aber auch darauf hin, dass das Missverhältnis ein spezifisches Problem der Start-up-Welt ist.

Frauen gründen schon – nur eben weniger Start-ups

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Frauen gründen schon – nur eben weniger Start-ups

kro Frankfurt

„Mehr Frauen für mehr Start-ups!“, heißt es in einer Studie des Start-up-Verbands, die den Gendergap in Deutschlands Gründerszene beleuchtet. Der Gap ist zuletzt wieder größer geworden: 2024 ist nicht einmal mehr jede fünfte innovative Jungfirma mit Wachstumsambitionen von einer Frau gegründet worden. Ein ernüchterndes Ergebnis, schließlich hänge „die Zukunftsfähigkeit eines Landes“ entscheidend davon ab, das gesamte Potenzial an Gründerinnen zu mobilisieren, so die Autoren.

Eine zentrale Hürde sei dabei die Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum, heißt es weiter. Denn „in Deutschland sind es nach wie vor meist die Frauen, die für die Familie beruflich zurückstecken“. Diese ebenfalls ernüchternde Tatsache scheint speziell in der Start-up-Szene ein Problem zu sein, denn mit dem Unternehmertum als solches tun sich Frauen keinesfalls schwer: Schon seit Jahren liegt der Frauenanteil bei den allgemeinen Existenzgründungen in Deutschland auf weit höherem Niveau – 2023 waren es laut Zahlen der KfW 44%.

Damit leisten Frauen auch einen Beitrag: „Existenzgründer beleben den Wettbewerb und halten so den Effizienzdruck auf etablierte Unternehmen hoch“, schreibt die KfW. Der Anspruch eines Start-ups bzw. seiner Investoren, Geschäftsmodelle schnell zu skalieren, ist dafür womöglich gar keine zwingend notwendige Voraussetzung. Das wäre insofern beruhigend, als dass dieser Anspruch oft auch mit hohen psychischen Belastungen für Start-up-Gründer einhergeht.

Immerhin: Start-up-Gründerinnen sind trotz des Drucks zuletzt auch ehrgeiziger geworden: 62% von ihnen hatten im Jahr 2023 Exit-Ambitionen, 2022 waren es noch 46%. All das zeigt: Frauen können gründen. Und sie haben Hunger auf Erfolg.

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