Gasgroßhändler VNG schreibt 2022 hohe Verluste
Gashandel
Gasgroßhändler VNG schreibt 2022 hohe Verluste
dpa-afx Leipzig
dpa-afx Leipzig
Weggebrochene Lieferbeziehungen mit Russland und hohe Ersatzbeschaffungskosten haben dem Leipziger Gasgroßhändler VNG im ver-
gangenen Jahr herbe Verluste beschert. Das Konzernergebnis lag 2022 bei minus 337 (i.V. plus 141) Mill. Euro, wie Finanzvorstand Bodo Rodestock in der Bilanzpressekonferenz sagte. Um Deutschlands drittgrößten Gasimporteur zu stabilisieren, sei zuletzt auch eine Erhöhung des Eigenkapitals nötig gewesen. Die im Dezember beschlossene Eigenkapitalerhöhung um 850 Mill. Euro habe dazu beigetragen, dass sich das Unternehmen wieder stabilisieren konnte. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass VNG mehrere Hundert Millionen Euro vom Staat erhalten soll.
„Das Jahr 2022 hat uns vor ungeahnte Herausforderungen gestellt“, sagte Rodestock. „Die extrem hohen Ersatzbeschaffungskosten, die wir stemmen mussten, um die weggefallenen russischen Lieferungen zu kompensieren, haben uns in eine beispiellose finanzielle Situation gebracht.“ Im vergangenen August seien die Preise für eine Megawattstunde Erdgas an der Börse zwischenzeitlich auf weit über 300 Euro gestiegen. Ein Jahr vor dem Kriegsbeginn in der Ukraine hatten die Preise laut Rodestock bei 20 Euro gelegen. Das über viele Jahre aufgebaute Eigenkapital sei innerhalb weniger Monate nahezu komplett aufgezehrt worden, sagte Rodestock.