Gerresheimer-Milliardendeal geht in die heiße Phase
Gerresheimer-Deal geht in heiße Phase
Warburg Pincus und KKR gelten als Favoriten für Kauf des Medikamentenverpackers
cru Frankfurt
Der milliardenschwere Bieterkampf um den Medikamentenverpackungshersteller Gerresheimer, der vom eigenen Vorstand zum Verkauf gestellt wurde, geht in die heiße Phase. Bei den formellen, aber noch nicht bindenden Offerten, die in dieser Woche abgegeben worden sind, hat sich das Konsortium der US-Finanzinvestoren Warburg Pincus und KKR als derzeitiger Favorit herauskristallisiert. Auch EQT wird Interesse nachgesagt. Das wird aus Finanzkreisen bestätigt. Zuerst hat Bloomberg darüber berichtet.
Mit dem Verkaufsprozess beauftragt sind die Investmentbank Morgan Stanley und die Kanzlei Hengeler. Aus Finanzkreisen verlautete, die beiden Bieterfavoriten seien nicht bereit, einen erheblichen Aufschlag auf den Marktwert zu bezahlen. Der Kurs der Gerresheimer-Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Minus von zeitweise 2,9% auf 77,15 Euro. Vor den ersten Übernahmegerüchten lag der Kurs im Februar bei 72 Euro. Seit September 2022 hat sich der Börsenwert um mehr als die Hälfte auf 2,7 Mrd. Euro erhöht. Großaktionäre, die direkten Einfluss nähmen, hat das Unternehmen nicht.
Gewinner des Booms der Abnehmspritzen
Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf, das vom Boom der Abnehmspritzen profitiert, stellt Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie her, aber auch Spezialgläser für die Verabreichung von Medikamenten. Im Oktober hatte der Einstieg des Investors Ricky Chad Sandler vom Hedgefonds Eminence Capital, mit 5,4%, dem Kurs Auftrieb verliehen.
Finanzinvestoren gehen auf Schnäppchenjagd in Deutschland, wie zuletzt die Übernahme der Softwarefirma Checkmk durch PSG Equity oder der Kauf des Facility Managers Apleona durch Bain Capital zeigten. Gerresheimer wäre der zweitgrößte Private-Equity-Deal in diesem Jahr in Deutschland.