Industrieholding für mittelständische Unternehmen

Indus will bis 2030 Ergebnis verdoppeln

Indus, eine auf mittelständische Unternehmen konzentrierte Industrieholding, hat Finanzziele für dieses Jahr und – dank einer neuen, langfristigen Wachstumsstrategie – für 2030 publiziert. Bis Ende des Jahrzehnts soll sich der operative Gewinn in etwa verdoppeln.

Indus will bis 2030 Ergebnis verdoppeln

Mittelstandsholding Indus will bis 2030 Ergebnis verdoppeln

md Frankfurt

Mit Hilfe einer neuen Wachstumsstrategie peilt die Mittelstandsholding Indus an, bis 2030 organisch und durch Akquisitionen deutlich zuzulegen. Über internationale Expansion, Zukäufe und Technologie soll die Gruppe den Angaben zufolge bis Ende des Jahrzehnts rund 3 (i.V. 1,72) Mrd. Euro umsetzen und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (Ebita) von über 330 (154) Mill. Euro erwirtschaften. Gemäß Vorstandschef Johannes Schmidt soll das Ergebnis je Aktie 2030 über 4,50 (2,07) Euro erreichen.

Johannes Schmidt (Jahrgang 1961), Vorstandsvorsitzender von Indus. Foto: Indus

Investitionsvolumen von 500 Mill. Euro für Übernahmen

Indus plane, bis 2030 rund 500 Mill. Euro in Unternehmenskäufe zu investieren und daraus einen Jahresumsatz von mindestens 600 Mill. Euro zu generieren. Schmidt konkretisierte: „Bei Wachstumsakquisitionen, also Zukäufen auf erster Ebene, werden wir uns auf größere Targets konzentrieren. Sie sollen perspektivisch pro akquiriertem Unternehmen mindestens 4 Mill. Euro adjusted Ebita pro Jahr beisteuern.“

Rudolf Weichert (Jahrgang 1963), stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand von Indus. Foto: Indus

Bereinigtes Ebita ersetzt Ebit als Steuerungsgröße

Als Steuerungsgrößen für den operativen Gewinn – sowohl für die Gruppe als auch für die Segmente – ersetzen fortan das bereinigte Ebita und die entsprechende Marge das Ebit und dessen Rendite. „Die neuen Kennzahlen eliminieren den Einfluss von aus der Kaufpreisallokation resultierenden Abschreibungen und von Wertminderungen. Damit ermöglichen sie einen klaren Blick auf die operative Kernleistung unserer Gruppe“, erläuterte Rudolf Weichert, stellvertretender Vorstandschef und Finanzvorstand von Indus. Er ergänzte: „Auch unsere Akquisitionsziele steuern wir nun über das annualisierte adjusted Ebita und nicht mehr über die Anzahl der Zukäufe. Damit können wir den zukünftigen Ergebnisbeitrag der Akquisitionen besser bewerten.“

Für 2025 leichter Umsatzanstieg avisiert

Für das laufende Jahr prognostiziert Indus einen Umsatz zwischen 1,75 Mrd. und 1,85 Mrd. Euro nach 1,72 (2023: 1,8) Mrd. Euro 2024, ein bereinigtes Ebita in einem Band zwischen 150 und 175 (i.V. 154 nach 188) Mill. Euro und eine adjusted Ebita-Marge zwischen 8,5 und 10,0 (8,9 nach 10,5)%. Der freie Cashflow soll trotz der geplanten hohen Investitionen über 90 (135 nach 199) Mill. Euro liegen.

Ebit und Ebit-Marge erreichten im vergangenen Jahr gemäß der Mitteilung 127 (150) Mill. Euro bzw. 7,4 (8,3)%. Darin enthalten seien Wertminderungen von 6,7 (19,3) Mill. Euro und PPA (Kaufpreisallokation im Rahmen eines Unternehmenserwerbs)-Abschreibungen von 20,3 (19,2) Mill. Euro. Der operative Cashflow sank von 240 Mill. auf 171 Mill. Euro. Das Ergebnis nach Steuern erreichte 54,7 (56,1) Mill. Euro, und der Gewinn je Aktie belief sich auf 2,07 (2,06) Euro.

Unveränderte Dividende von 1,20 Euro je Aktie

Der Hauptversammlung wird die Zahlung einer Dividende von unverändert 1,20 Euro je Aktie für das vergangene Jahr vorgeschlagen. Das entspricht einer Ausschüttungsquote von 38,4 (38,3)%.

Laut der Mitteilung flossen 2024 über Aktienrückkaufprogramme und Dividende insgesamt 73 Mill. Euro an die Aktionäre. Die Eigenkapitalquote im Konzern stieg trotz der Aktienrückkäufe auf 38,7 (37,3)%. Die Entschuldungsdauer, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Ebitda, habe mit 2,4 Jahren unter dem maximalen Zielwert von 2,5 Jahren gelegen.

Aktienkurs zieht etwas an

Die im SDax enthaltene Indus-Aktie zog nach Handelsbeginn bis auf 27,35 Euro an, gab im Verlauf aber etwas nach und kostete am Montagnachmittag 27,15 Euro (+1,7%). Die Marktkapitalisierung der Gruppe liegt bei 700 Mill. Euro.

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