Französische Autozulieferer

Schwarzer Freitag für Forvia und Valeo

Die Aussichten für Forvia und Valeo bleiben unsicher. Ihre Verschuldung bereitet Analysten Sorgen. An der Börse erleben die beiden französischen Autozulieferer einen schwarzen Freitag.

Schwarzer Freitag für Forvia und Valeo

Forvia und Valeo geraten an der Börse unter die Räder

Verschuldung der beiden Automobilzulieferer bereitet Analysten Sorgen – Aussichten für dieses Jahr bleiben unsicher

wü Paris
Von Gesche Wüpper, Paris

Die beiden französischen Automobilzulieferer Forvia und Valeo sind nach einem schwierigen Jahr an der Börse von Paris unter Druck geraten. Ihre Aktien mussten am Freitag zweistellige Kursverluste hinnehmen. Forvia wurde besonders hart abgestraft, da Investoren gehofft hatten, die 2024 in die roten Zahlen gerutschte Hella-Mutter würde bei der Präsentation der Bilanz eine bessere Prognose geben und den Verkauf weiterer Unternehmensteile verkünden. Stattdessen teilte sie mit, keine Dividende zahlen zu wollen.

Nach dem im vergangenen Jahr lancierten Sparplan hatten viele Anleger erwartet, dass Forvia das Schlimmste überstanden hat. Doch der aus der Fusion der früheren PSA-Tochter Faurecia mit Hella entstandene Konzern rechnet im ersten Halbjahr 2025 mit einem erneuten Rückgang der Automobilproduktion in seinen wichtigsten Märkten. „Wir erwarten ein stärkeres zweites Halbjahr“, sagte Martin Fischer, der am 1. März als neuer Konzernchef das Ruder von Patrick Koller übernimmt. Der Markt bleibe unsicher, meint auch Valeo.

Valeo erhöht Dividende

Forvia rechnet nun für 2025 mit einem Umsatz zwischen 26,3 Mrd. und 27,5 Mrd. Euro, einer operativen Marge von 5,2% bis 6% sowie einem Netto-Bargeldmittelzufluss auf dem Niveau vom letzten Jahr oder besser, erklärte Fischer. 2024 war der Umsatz des Autozulieferers, zu dessen Kunden Stellantis und Volkswagen gehören, um 1% auf 26,97 Mrd. Euro gesunken, die operative Marge von 5,3% auf 5,2%. Dagegen hatte sich der Netto-Cashflow leicht auf 655 Mill. Euro erhöht. Das operative Ergebnis fiel mit 1,4 Mrd. Euro um 2,7% niedriger als im Vorjahr aus. Belastet von Restrukturierungskosten in Höhe von 362 Mill. Euro brach das Nettoergebnis von 222 Mill. auf -185 Mill. Euro ein.

Valeo wiederum erwartet einen Umsatz von 21,5 Mrd. bis 22,5 Mrd. Euro, eine operative Marge von 4,5% bis 5,5% und einen Free Cashflow vor Restrukturierungskosten von 700 Mill. bis 800 Mill. Euro. Letztes Jahr ist der Umsatz des Zulieferers, der wie Forvia auch unter der Abschwächung der Nachfrage nach E-Autos leidet, um 3% auf 21,49 Mrd. Euro zurückgegangen. Dagegen ist die operative Marge leicht gestiegen von 3,8% auf 4,3%, während der freie Bargeldmittelzufluss vor Restrukturierungskosten in Höhe von 70 Mill. Euro um 45% auf 551 Mill. Euro zulegte. Das Nettoergebnis Valeos brach um 27% auf 162 Mill. Euro ein. Dennoch will der Konzern die Dividende um 5% auf 0,42 Euro je Aktie erhöhen.

Verschuldung bereitet Sorgen

Der Autozulieferer liefere in einem schwierigen Umfeld ab, urteilt Analyst Jose Asumendi von J.P. Morgan. Das Profil Valeos bleibe fragil, meinen dagegen die Experten von Oddo BHF. Der Abbau der Verschuldung von zuletzt 3,8 Mrd. Euro bleibe zu begrenzt. Der Beginn des laufenden Jahres bleibe für Valeo in den beiden wichtigsten Regionen Europa und Nordamerika mit einem starken Rückgang der Autoproduktion sehr schwierig. Hinzu komme die Unsicherheit hinsichtlich Schlüsselthemen, allen voran den Strafzöllen. Valeo-Chef Christophe Périllat hält die Auswirkungen von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium für seinen Konzern für marginal. Die Strafzölle würden komplett von den Kunden bezahlt.

Auch bei Forvia bereitet die Verschuldung Sorgen. Mit 7 Mrd. Euro falle die Nettoverschuldung höher als erwartet aus, meinen die Analysten von Oddo BHF. „Wir müssen die Schuldenlast senken“, sagt denn auch der neue Konzernchef Fischer: „Das bleibt die Hauptaufgabe.“ Deshalb wird der Verkauf von Unternehmensanteilen geprüft. Nach 2.900 Stellen im letzten Jahr sollen nun 5.700 wegfallen.

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