Dresdner Wasserstoff-Unternehmen

Sunfire wandelt sich in Europäische Aktiengesellschaft um

Das Dresdner Wasserstoff-Unternehmen Sunfire hat sich in eine Europäische Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Schritt erleichtert es Unternehmen, im gesamten europäischen Wirtschaftsraum aktiv zu sein – und er ist Voraussetzung für einen möglichen Börsengang.

Sunfire wandelt sich in Europäische Aktiengesellschaft um

Dresdner Wasserstoff-Firma Sunfire wandelt sich in SE um

CEO Nils Aldag: Börsengang eine von mehreren Optionen

kro Frankfurt

Das Dresdner Wasserstoff-Unternehmen Sunfire hat sich in eine Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea, SE) umgewandelt – und damit unter anderem die Voraussetzung für einen möglichen Börsengang geschaffen. Man habe nun eine Rechtsform, „die zu einem zukunftsorientierten Unternehmen passt und unseren internationalen Ansatz reflektiert“, begründete Sunfire-CEO und -Mitgründer Nils Aldag den Schritt. Im Zuge der Umfirmierung werde das Unternehmen nun einen SE-Betriebsrat sowie eine Teilhabe der Mitarbeitenden im Aufsichtsrat einrichten. Sitz der Firma bleibe weiterhin Dresden.

Die Umwandlung in eine SE erleichtert es Sunfire, im gesamten europäischen Wirtschaftsraum tätig zu sein. Als Aktiengesellschaft hätte das Unternehmen zudem nun formal die Möglichkeit, an die Börse zu gehen – dies stelle langfristig eine von mehreren Optionen dar, sagte Aldag der Börsen-Zeitung. „Natürlich prüfen wir ständig die Finanzierungsmöglichkeiten – sowohl privat als auch öffentlich.“ Der Gründer hatte in der Vergangenheit erklärt, mit Sunfire das erste ostdeutsche Dax-Unternehmen schaffen zu wollen.

Finanziell gut ausgestattet

Sunfire ist ein 2010 gegründeter Hersteller von Elektrolyse-Anlagen, die in energieintensiven Industrien wie der Stahl- oder Chemiebranche zum Einsatz kommen sollen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit gut 650 Mitarbeitende in Deutschland und der Schweiz und zählt unter anderem RWE, Salzgitter sowie den österreichischen Lebensmittelhändler MPreis, zu seinen Kunden. Im März 2024 hatte Sunfire in einer Series-E-Finanzierungsrunde 215 Mill. Euro an Eigenkapital eingesammelt. An der Runde beteiligten sich unter anderem die Liechtensteiner Privatbank LGT Private Banking, der singapurische Staatsfonds GIC und der britische Deeptech-Investor Ahren Innovation. Zugleich hatten die Dresdner von der Europäischen Investitionsbank ein Darlehen über 100 Mill. Euro und 200 Mill. Euro an EU-Fördermitteln erhalten.

Nach eigenen Angaben gehört Sunfire damit zu den kapitalstärksten Unternehmen der Elektrolysebranche, in der sich hierzulande unter anderem noch Siemens Energy sowie die Thyssenkrupp-Tochter Nucera tummeln. Das Marktpotenzial ist laut Beobachtern groß: Der weltweite Markt für grünen Wasserstoff soll einer Deloitte-Studie zufolge von 642 Mrd. Dollar Umsatz im Jahr 2030 auf 1,4 Bill. Dollar im Jahr 2050 wachsen. Dabei würden 42% der Nachfrage auf die Industrie entfallen und 36% auf den Verkehr.

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