Telekommunikation

Telefónica hält sich für Zinsanstieg gerüstet

Trotz Umsatzwachstums fällt der Gewinn des spanischen Telekommunikationskonzerns Telefónica im ersten Quartal wegen Sonderposten um 57% niedriger aus als vor einem Jahr.

Telefónica hält sich für Zinsanstieg gerüstet

Telefónica hält sich
für Zinsanstieg
gerüstet

ths Madrid

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica hat zum Jahresauftakt den Umsatz in allen Regionen gesteigert. Die Erlöse wuchsen im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahreszeit um 6,7% und nach bereinigten Zahlen um knapp 5%, wie das Unternehmen mitteilte. Doch der Reingewinn fiel im Jahresvergleich mit 298 Mill. Euro um 57% niedriger aus. Telefónica verwies auf Sondererlöse von 200 Mill. Euro vor einem Jahr aus dem Verkauf von Aktiva in Kolumbien. Wechselkursveränderungen schlugen sich im international breit aufgestellten Konzern dagegen positiv in der Bilanz nieder.

An der Börse kamen die Quartalszahlen nicht gut an. Analysten, u.a. von Bankinter, blickten kritisch auf den niedrigen freien Cashflow und die Risiken des nach wie vor hohen Schuldenbergs. Die Verbindlichkeiten wurden gegenüber dem Vorjahr um 3,5% auf 26,4 Mrd. Euro reduziert. Davon seien 80% zu festen Zinsen angelegt; die durchschnittliche Laufzeit beträgt 13,2 Jahre. „Damit können wir die Zinsanstiege gut meistern“, versicherte Finanzvorstand Laura Abasolo.

Telefónica Deutschland verzeichnete ein Umsatzwachstum in den ersten drei Monaten von 8%. In Großbritannien kommen die Synergieeffekte aus der Fusion der Tochter O2 mit Virgin zum Tragen, und in Brasilien profitiert Telefónica von der Übernahme von Teilen des Wettbewerbers Oi. In Spanien wuchs der Umsatz um 0,3%; im Heimatmarkt verspricht sich das Management Verbesserungen im Laufe des Jahres durch geringere Kosten, etwa durch das Ende des Betriebs des Kupfernetzwerks.

Der Zusammenschluss der Konkurrenten Másmóvil und Orange in Spanien, der derzeit noch von der Europäischen Kommission geprüft wird, würde sich positiv auf das Geschäft auswirken. Der Wettbewerbsdruck im oberen Preissegment habe bereits nachgelassen, erklärte CEO Ángel Vilá, während er im Low-Cost-Bereich weiter intensiv sei.

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