VW erwartet weiteres schwieriges Jahr
VW erwartet weiteres schwieriges Jahr
ste Hamburg
Der Volkswagen-Konzern rechnet nach einem Rückgang des operativen Ergebnisses (Ebit) im vergangenen Jahr um 15,4% auf 19,1 Mrd. Euro mit einem weiteren schwierigen Jahr. Europas größter Fahrzeugbauer avisierte anlässlich der Vorlage der Geschäftsjahresbilanz 2024 am Dienstag eine operative Umsatzrendite zwischen 5,5 und 6,5% im laufenden Turnus – nach 5,9 (i.V. 7,0)% im Jahr 2024. Auch wenn das Wolfsburger Mehrmarkenunternehmen gemessen am Analystenkonsens, der 2025 von einem operativen Ergebnis voin 18,9 Mrd. Euro und einer Marge von 5,8% ausgeht, Zuversicht zeigt: Das bei einem Kapitalmarkttag im Juni 2023 genannte Ziel, bis 2030 auf ein Niveau von 9 bis 11% zu kommen, rückt kaum näher.
In einem anspruchsvollen Umfeld sei es VW gelungen, 2024 ein insgesamt ordentliches Ergebnis abzuliefern, sagte Arno Antlitz, CFO und COO des VW-Konzerns. „Unser Ausblick reflektiert die globalen wirtschaftlichen Herausforderungen und den tiefgreifenden Wandel der Branche." VW halte Verbrenner für technologisch wettbewerbsfähig, investiere in Elektromodelle und Software und stärke weiterhin die regionale Präsenz. „Mit klarem Wachstums- und Investitionskurs in den USA“, wie Antlitz mit Blick auf die Zollpolitik der Trump-Regierung unterstrich.
Erwartungen übertroffen
Im vergangenen Jahr verbuchte der VW-Konzern bei einem Rückgang der weltweiten Auslieferungen um 2,3% auf rund 9 Millionen Fahrzeuge ein Umsatzplus von 0,7% auf 324,7 Mrd. Euro. Damit schnitt das Unternehmen besser ab als nach der zweiten Gewinnwarnung Ende September in Aussicht gestellt. VW hatte einen Rückgang auf rund 320 Mrd. Euro angekündigt. Bei einem auf rund 18 Mrd. Euro sinkenden operativen Ergebnis wurde eine operative Umsatzrendite von etwa 5,6% avisiert. Im vierten Quartal erreichte der Konzern eine Marge von 7,0 (7,2)%, die besser ausfiel als von Analysten erwartet.
Unter dem Strich gab das Nachsteuerergebnis des Konzerns um 31% auf 12,4 Mrd. Euro nach. Neben dem gesunkenen operativen Ergebnis und einem bereits avisierten deutlich rückläufigen Finanzergebnis sorgten auch ein geringeres anteiliges Ergebnis der chinesischen Joint Ventures sowie Wertberichtigungen auf Beteiligungen für den Gewinneinbruch. Nach einem 2024 um rund 20% gesunkenen Kurs der VW-Vorzugsaktie stellt VW den Aktionären zur Hauptversammlung am 16. Mai eine um 30% auf 6,36 Euro je Vorzugsaktie und auf 6,30 Euro je Stammaktie schrumpfende Dividende in Aussicht. Die Ausschüttungsquote würde mit rund 30% dem strategischen Zielwert des Unternehmens entsprechen.
Vorstand verzichtet
Wie zur Ergebnisvorlage bekannt wurde, will sich auch der Konzernvorstand mit einem millionenschweren Gehaltsverzicht am verschärften Sparkurs im Unternehmen beteiligen. VW-Vorstandschef Oliver Blume und die übrigen Vorstandsmitglieder des Konzerns würden 2025 und 2026 auf 11% ihrer Bezüge verzichten, bestätigte ein Sprecher des Aufsichtsrats der Nachrichtenagentur dpa. Einen entsprechenden Vorschlag der Konzernspitze habe der Aufsichtsrat auf seiner jüngsten Sitzung angenommen.