Greenwashing brockt DWS Millionenbußgeld ein
Greenwashing brockt DWS Millionenbußgeld ein
Erträge der Konzernmutter Deutsche Bank maßgeblich – Zahlung höher als in USA
lee Frankfurt
Die DWS hat wegen der gegen sie erhobenen Greenwashing-Vorwürfe eine weitere Geldbuße akzeptiert. Nachdem die Fondstochter der Deutschen Bank bereits 2023 in den USA zur Zahlung von 19 Mill. Dollar verdonnert worden war, erließ nun die Staatsanwaltschaft Frankfurt Bußgeldbescheide in Höhe von 25 Mill. Euro gegen die DWS-Gruppe und ihre Investmenttochter.
Umsatzorientierte Sanktionierung
Die von 2020 bis Anfang 2023 gepflegte Selbstdarstellung der Gesellschaft als vermeintlicher Marktführer bei nachhaltigen Finanzprodukten stellt nach Angaben der Ermittlungsbehörde einen Verstoß gegen die Vorgaben des Kapitalgesetzbuchs dar. Bei der Bemessung der Geldbuße orientierte sich die Staatsanwaltschaft an den Nettoerträgen der Konzernmutter Deutsche Bank. Diese „umsatzorientierte Sanktionierung“ stelle ein Novum in Deutschland dar.
Kein Straftatbestand
Wie die Staatsanwaltschaft klarstellt, hat die DWS keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit begangen. Die Ermittlungen ins Rollen gebracht hatte die einstige DWS-Nachhaltigkeitsbeauftragte Desiree Fixler, die sich unter großem Medienecho als Whistleblowerin betätigt hatte. Im Rahmen der Ermittlungen hatten die hessische Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen und das Bundeskriminalamt mehrere Razzien bei der DWS durchgeführt, was das Image der Gesellschaft beschädigte und in der Branche für Verunsicherung geführt hatte.
Ausreichend Rückstellungen gebildet
Die DWS hat nach eigenen Angaben bereits Rückstellungen in ausreichender Höhe gebildet, sodass die Geldbuße keinen Einfluss auf das Ergebnis des ersten Quartals haben werde. Die Gesellschaft begrüße es, dass die vor beinahe drei Jahren eingeleiteten Ermittlungen abgeschlossen sind, heißt es in einer Stellungnahme der Fondsgesellschaft. Die Anleger nahmen die Nachricht offenbar weniger positiv auf, jedenfalls notierte die DWS-Aktie am Mittwoch deutlich im Minus.
Werbebotschaften entsprachen nicht der Realität
Die Ermittler nahmen Anstoß daran, dass sich die DWS öffentlich als „Leader“ im ESG-Bereich bezeichnet und postuliert hatte, dass ESG ein fester Bestandteil der DNA der Fondsgesellschaft sei. Das habe nicht der Realität entsprochen, da sich die DWS zu diesem Zeitpunkt in einem noch nicht abgeschlossenen Transformationsprozess befunden habe. „Äußerungen im Außenverhältnis dürfen aber nicht über das hinausgehen, was innerhalb der Kapitalverwaltungsgesellschaft in organisatorischer und personeller Hinsicht tatsächlich umgesetzt werden kann“, heißt es in Mitteilung.
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