Studie zu Büroimmobilien

Erreichbarkeit und hybride Arbeit bei Mitarbeitern gefragt

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zum Büro der Zukunft zeigt: Beste Lage, smarte Services, hybride Modelle sind wichtig, um keine Talente zu verlieren.

Erreichbarkeit und hybride Arbeit bei Mitarbeitern gefragt

„Lage, Lage, Lage“ wird wieder wichtiger

Studie zu Büroimmobilien – Erreichbarkeit, Nachhaltigkeit und hybride Arbeit gefragt

wbr Frankfurt

Das Büro der Zukunft muss mehr sein als ein Arbeitsplatz – und vor allem am richtigen Ort. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) im Auftrag des Hamburger Projektentwicklers Momeni und von Union Investment. Unternehmen, die eine schlechte Anbindung oder unattraktive Standorte haben, riskieren den Verlust von Talenten.

Fast ein Viertel der Beschäftigten würde den Job wechseln, wenn sich eine besser gelegene Alternative bietet. Neben der Lage würden Architektur, hybride Arbeitsmodelle und smarte Services an Bedeutung gewinnen.

Öffentlicher Nahverkehr essenziell

Die Umfrage unter Entscheidern und Mitarbeitern zeige, dass die Erreichbarkeit von Büros mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad und Auto ein zentrales Entscheidungskriterium für Unternehmen und Mitarbeiter darstellt. Rund 93% der befragten Entscheider sehen die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr als essenziell an. Bemerkenswert ist die hohe Wechselbereitschaft der Angestellten: 24% gaben an, ihren Arbeitsplatz wechseln zu wollen, wenn ein attraktiverer Standort angeboten würde. Für Unternehmen könnte dies ein Indiz dafür sein, vermehrt innerstädtisch zu investieren, „Lage, Lage, Lage“ wird wieder wichtiger.

„Flight to Quality“

Neben der Lagequalität setzt sich ein klarer Trend zum sogenannten „Flight to Quality“ durch. 85% der befragten Entscheider betonen, dass sie künftig verstärkt auf erstklassige Innenstadtlagen setzen wollen. Die Studie bestätigt: Büroflächen müssen mehr bieten als nur Arbeitsplätze. Multifunktionale Räume wie Dachterrassen, belebte Lobbys und Eventflächen seien zunehmend gefragt. Mitarbeiter wünschten sich zudem „kreative Arbeitsbereiche“ und mehr Rückzugsmöglichkeiten.

Mindestens drei Bürotage

Das hybride Arbeiten habe sich fest etabliert, dennoch sei die physische Präsenz weiterhin ein wichtiger Aspekt für viele Unternehmen. Die Mehrheit der Entscheider bevorzuge ein Modell mit mindestens drei Bürotagen pro Woche. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Mitarbeiter eher ein bis zwei Tage als optimal erachten. Eine Balance zwischen Flexibilität und Teampräsenz bleibe daher eine Herausforderung für Unternehmen. Besonders gefragt seien flexible Raumkonzepte, die sowohl gemeinschaftliches Arbeiten als auch konzentrierte Einzelarbeit ermöglichen.

Keine Flächenersparnis durch KI

Ein weiteres Thema der Studie ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI). Die Technologie werde zunehmend in HR-, Marketing- und Assistenzfunktionen genutzt, um Effizienzsteigerungen zu erzielen. Anders als oft vermutet, erwarten jedoch nur 3% der Entscheider, dass KI zu einem geringeren Büroflächenbedarf führen wird. Vielmehr werde sie als Unterstützung zur Optimierung von Arbeitsprozessen gesehen.

Projektentwickler gefordert

Die Studie zeige, dass sich die Anforderungen an Büroimmobilien stark verändert haben. Neben einem attraktiven Standort seien nachhaltige Bauweise, flexible Raumkonzepte und ein breites Serviceangebot entscheidende Faktoren für die Attraktivität von Bürogebäuden. Investoren, Projektentwickler und Arbeitgeber seien gefordert, diese Trends in ihre Planungen zu integrieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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