Ausverkauf am Aktienmarkt setzt sich fort – Dollar etwas erholt
Der Ausverkauf an den europäischen Aktienmärkten setzt sich zum Wochenschluss fort. Der Dax liegt zur Mittagszeit bei 21.278 Zählern mit 2% im Minus. Der deutsche Leitindex war aber zuvor schon bis auf 21.206 Zähler in die Knie gegangen. Der Euro Stoxx 50 Index notiert ebenfalls in der Verlustzone. Aktuell weist er bei 5.010 Punkten einen Abschlag von 2% aus. Nach wie vor sorgt der Zollhammer von US-Präsident Donald Trump für die Belastung der Dividendenpapiere. Anlegern werde wohl immer klarer, dass unter der US-Zollpolitik alle leiden werden und der US-Präsident einen Fehler mache, heißt es im Handel.
Bankwerte abermals unter Druck
Arg gebeutelt werden abermals die Bankwerte. Der europäische Branchenindex für die Banktitel büßt bis zum Mittag 7,1% ein. Der Index weist damit bislang seine größte zweitägige Verlustserie seit März 2020 aus. Anleger fürchten, dass die US-Zollerhöhungen eine globale Rezession auslösen könnten. Mit der Rezessionsangst wächst zugleich der Druck auf die Notenbanken, ihre Geldpolitik zu lockern. Fallende Zinsen setzen Banken unter Druck, da sie deren Zinsmargen verringern. Außerdem kann es in der Rezession auch zu Kreditausfällen kommen, was den Banken zusätzliche Einbußen bescheren würde.
Bei den Einzelwerten haben die Anleger Gerresheimer im Blick. Zweifel an einer Übernahme von Gerresheimer drücken die Aktie des Verpackungsherstellers deutlich ins Minus. Aktuell ist es bei 54,60 Euro ein Kursrutsch von 15,2%. Das ist zugleich das vorläufige Tagestief. Einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge macht der US-Finanzinvestor KKR bei der Übernahme von Gerresheimer einen Rückzieher. Der Partner von KKR, die Beteiligungsgesellschaft Warburg Pincus, versucht laut dem Bericht die Übernahme des Düsseldorfer Unternehmens nun alleine zu stemmen und hat die Verhandlungen fortgesetzt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte kürzlich gemeldet, Warburg Pincus und KKR hätten zusammen mit dem Staatsfonds ADIA aus Abu Dhabi ein nicht-bindendes Angebot über fast 90 Euro je Aktie vorgelegt.
Nach den kräftigen Abschlägen des Vortages kann sich der Greenback am Freitag etwas erholen. Der Euro notiert mit 1,0980 Dollar mit 0,6% im Minus. Der Dollarindex, der den Wert der US-Devise gegenüber sechs wichtigen Handelswährungen misst, legt um 0,5% auf 102,55 Punkte zu.
Sichere Häfen gefragt
Gefragt ist auch der sichere Hafen der Bundesanleihen, den die Anleger nun den zweiten Tag in Folge ansteuern. Die zehnjährige Bundrendite fällt auf 2,54% zurück nach 2,64% am Vortag. Am kurzen Ende geht die Rendite der zweijährigen Bundespapiere auf 1,85% zurück nach 1,93% am Donnerstagabend. In Krisensituationen ist bei den Anlegern Sicherheit, weshalb dann aus risikobehafteten Assets in sichere Anlagen umgeschichtet wird.