Märkte am AbendEuphorie bei den Rüstungswerten

Dax springt erstmals über 23.000 Punkte

Der Dax ist erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 23.000 Punkten gesprungen. Die Rally hat sich zuletzt stark beschleunigt.

Dax springt erstmals über 23.000 Punkte

Finanzmärkte

Dax springt erstmals über 23.000 Punkte

Rüstungstitel treiben den Aktienmarkt an – Euro zeigt sich fest

ku Frankfurt

Angetrieben durch einen Kurssprung bei dem Rüstungskonzern Rheinmetall ist der Dax am Montag erstmals über die Marke von 23.000 Punkten geklettert. In der Spitze erreichte er 23.308 Zähler. Den Handel beendete er dann mit einem kräftigen Aufschlag von 2,6% auf 23.147 Punkte.

Der deutsche Leitindex hatte erst vor rund drei Wochen erstmals die Marke von 22.000 Punkten übertroffen, während er am 20. Januar, dem Tag der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump, erstmals über 21.000 Punkte sprang. Seit Jahresanfang hat er 15% hinzugewonnen, womit er die meisten anderen großen Aktienindizes weit abhängt. Zum Vergleich: Der US-Benchmark-Index S&P 500 kommt gerade einmal auf ein Plus von rund 2% seit Anfang Januar.

Zinssenkung erwartet

Am Markt hieß es, dass die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) für Rückenwind sorge. So wird davon ausgegangen, dass die EZB den Leitzins am Donnerstag um weitere 25 Basispunkte reduziert. Dies wird auch ermöglicht durch die Inflationsentwicklung: So sind die Verbraucherpreise in der Eurozone im Februar lediglich um 2,4% im Vergleich zum Vorjahresmonat geklettert. Grundsätzlich sorge zwar die politische Unsicherheit für eine gewisse Dämpfung der sehr positiven Stimmung, hieß es am Markt. Am Montag war dies jedoch nicht der Fall, weil die Ankündigung weiterer Unterstützungsmaßnahmen für die Ukraine durch die europäischen Länder sowie massiver Aufrüstungsbemühungen für Euphorie im Rüstungssektor sorgte.

Rheinmetall & Co. heben ab

So verzeichneten Rheinmetall einen Kurssprung von zeitweise mehr als 14%. Im bisherigen kurzen Jahresverlauf hat sich der Titel damit bereits um fast 90% verteuert. Auf Sicht von einem Jahr ergibt sich ein Anstieg von fast 170%. Auf Basis der Ergebnisse der vergangenen zwölf Monate kommt die Aktie auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 90, was sogar viele amerikanische Technologiewerte blass aussehen lässt. Seit Anfang 2022, also vor dem Beginn des Ukraine-Kriegs, hat sich der Aktienkurs mehr als verelffacht. Die Aktie verzeichnete am Montag ein Allzeithoch. Dazu trug auch bei, dass die Analysten der amerikanischen Großbank J.P. Morgan ihr Kursziel für den Titel sehr deutlich von 800 Euro auf 1.200 Euro anhoben.

Die Anleger hoffen darauf, dass ein neues Sondervermögen für die Bundeswehr aufgelegt wird, womit die Schuldenbremse umgangen würde. Auch andere Rüstungswerte zeigten sich sehr fest. So sprangen Renk um mehr als 18%. Hensoldt hoben sogar um bis zu 30% ab. Airbus zogen in Paris um rund 6% an und BAE Systems in London um rund 14%. Die italienische Leonardo kletterte um fast 18%.

Der Aktienkurs der Deutschen Bank gab zunächst um mehr als 1% nach. Die „Financial Times“ berichtete, die EZB habe im vergangenen Jahr mehrfach Bedenken über das Kreditrisikomanagement der Bank geäußert. Später erholte sich der Titel aber wieder deutlich.

Gemeinschaftswährung fest

Am Devisenmarkt profitierte der Euro von der Aussicht auf einen baldigen Friedensschluss im Ukraine-Krieg aufgrund der amerikanisch-russischen Verhandlungen. Marktteilnehmer wiesen zudem auf die europäischen Rüstungsausgaben hin, die massiv steigen und damit zur Konjunkturentwicklung beitragen sollen. Die Gemeinschaftswährung verzeichnete einen kräftigen Anstieg um 1,2% auf 1,0495 Dollar, nachdem sie am Freitag noch ein Tief von 1,0359 Dollar markiert hatte.

Bitcoin profitiert von Trump

Bitcoin kamen auf einen Anstieg von rund 7% auf 90.000 Dollar. Zeitweilig war die Kryptowährung bis auf fast 95.000 Dollar gestiegen. US-Präsident Donald Trump hatte erneut auf seine Pläne für eine strategische Kryptowährungsreserve hingewiesen und gesagt, dass Bitcoin darin vertreten sein soll. Trotz der erneuten Ankündigung von US-Zöllen, die bereits kurzfristig eingeführt werden sollen, zeigten sich die Währungen Mexikos und Kanadas fest.

Die auch Loonie genannte kanadische Devise zog um 0,5% auf 1,44 kan. Dollar je US-Dollar an und der Peso um 0,4% auf 20,46 je US-Dollar. Verwiesen wurde darauf, dass noch Verhandlungen zwischen der Trump-Administration und den beiden Ländern laufen.

Der Preis der wichtigsten Rohölsorte Brent Crude gab um 0,5% auf 72,46 Dollar je Barrel nach. Damit verharrt er auf einem relativ niedrigen Niveau.

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