Grünes Licht für Ausbau von Luton
Labour setzt auf Wachstum: Grünes Licht für Flughafenausbau
Kapazität von Luton wird sich nahezu verdoppeln
hip London
Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander hat grünes Licht für den Ausbau des Londoner Flughafens Luton gegeben. Sie setzte sich dabei über die lokalen Planungsbehörden hinweg, die das Vorhaben wegen Umweltbedenken abgelehnt hatten. Durch die 2,4 Mrd. Pfund teure Expansion verdoppelt sich die Kapazität des Airports nahezu.
Im Januar sprach sich bereits die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves für den Flughafenausbau aus, nicht nur für London, sondern für das ganzen Land. Die dritte Start- und Landebahn für den Hauptstadtflughafen Heathrow sei „bitter nötig“, sagte sie damals. Damit war klar, dass für Reeves Wachstum vor Klimapolitik geht. Energieminister Ed Miliband blieb ihrem Auftritt fern. Auch der City Airport und Stansted werden expandieren.
In kommunalem Besitz
Anders als Heathrow befindet sich der Flughafen Luton im Besitz der Kommune. Eigentümer von Heathrow sind Finanzinvestoren und Pensionsfonds. Zuletzt gab die spanische Ferrovial ihre Beteiligung an den saudischen Staatsfonds PIF (The Public Investment Fund) und die französische Ardian ab.
Paul Kehoe, der Chairman der Betreibergesellschaft von Luton, geht davon aus, dass der Ausbau 11.000 Arbeitsplätze schaffen und für zusätzliche wirtschaftliche Aktivitäten im Volumen von bis zu 1,5 Mrd. Pfund jährlich sorgen wird. Ein Mechanismus für „grün kontrolliertes Wachstum“ sieht Obergrenzen für Lärm, Luftqualität und andere Faktoren vor.
Entscheidung zu Gatwick vertagt
Der Bau eines neuen Terminals wird dafür sorgen, dass die Zahl der Passagiere bis 2043 auf 32 Millionen steigt. Im vergangenen Jahr waren es knapp 17 Millionen. Die Regierung segnete auch den Ausbau des Londoner City Airports ab, aller Proteste der Lokalverwaltung zum Trotz.
Die Entscheidung über die Ausweitung der Kapazität von Gatwick auf 75 Millionen Passagiere wurde auf Oktober vertagt. Der Flughafen im Süden Londons gehört mehrheitlich der französischen Vinci Airports. Den Rest hält Global Infrastructure Partners mit Co-Investoren.