US-Arbeitsmarkt

US-Jobmarkt mit frischem Schwung ins Frühjahr

Der US-Arbeitsmarkt hat ungeachtet der politischen Turbulenzen in Washington zugelegt. Zudem stiegen die Löhne weniger als zuvor und könnten eine geringere Inflation signalisieren.

US-Jobmarkt mit frischem Schwung ins Frühjahr

US-Jobmarkt mit frischem Schwung ins Frühjahr

Dienstleister und Industrie mit Stellenwachstum

det Washington

Nach dem relativ langsamen Start ins neue Jahr hat der US-Jobmarkt im März überraschend zugelegt. Wie der Arbeitsmarktdienstleister Automatic Data Processing (ADP) berichtete, entstanden im Privatsektor 155.000 neue Stellen. Erwartet hatten Ökonomen im Schnitt einen Wert um 120.000. Das Stellenwachstum für Februar revidierte das Institut nach oben, und zwar von 77.000 auf 84.000.

Dienstleistungsunternehmen machten den Löwenanteil der Arbeitsplätze aus. Angeführt von Fach- und Finanzdienstleistern mit einem Plus von 57.000 beziehungsweise. 38.000 Jobs, entstanden im Dienstleistungssektor 132.000 Positionen. Positive Beiträge leisteten auch das Gastgewerbe sowie das Bildungs- und Gesundheitswesen. Das verarbeitende Gewerbe sorgte mit 21.000 Stellen für eine angenehme Überraschung.  

Nachlassender Lohndruck

Geringer als zuvor fielen die Lohnerhöhungen aus. Bei Arbeitnehmern, die ihren Job behielten, legten die Löhne und Gehälter im Vorjahresvergleich um 4,6% zu. Erwerbstätige, die eine neue Position annahmen, verzeichneten einen Zuwachs um durchschnittlich 6,5%. Mit 1,9 Prozentpunkten war die Steigerung beim Arbeitsplatzwechsel die geringste seit September vergangenen Jahres.

Das Stellenwachstum kamen insofern unerwartet, als viele Experten vor dem Hintergrund der anstehenden Einfuhrzölle und der politischen Turbulenzen in Washington einen schwächeren Bericht erwartet hatten. ADP-Chefökonomin Nela Richardson sagte, dass „die Zahlen trotz der politischen Unsicherheit und des Pessimismus bei Verbrauchern und Unternehmen für die Gesamtwirtschaft ein gutes Zeichen sind“. Sollte auch der amtliche US-Arbeitsmarktbericht am Freitag auf Stärke hindeuten, dann könnte dies die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni senken. Schließlich will die Fed angesichts der Konjunktursorgen verstärkt auf die zweite Komponente ihres Mandats, nämlich die Vollbeschäftigung achten.

Zinssenkung im Juni wahrscheinlicher

Zudem lassen die geringeren Lohnsteigerungen Hoffnungen auf nachlassende Inflation aufkommen. Nach der Veröffentlichung des Berichts signalisierte das FedWatch Tool der CME Group, dass die Wahrscheinlichkeit einer Lockerung im Juni nun bei über 64% liegt. Als sicher gilt, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) im Mai an dem bestehenden Leitzins von 4,25 bis 4,5% festhalten wird.

Mehr Aufschluss wird am Freitag der amtliche Bericht des Bureau of Labor Statistics (BLS) geben. Volkswirte erwarten ein Stellenplus von etwa 130.000 und eine kaum veränderte Arbeitslosenquote um 4,1%. Im Februar hatte das BLS 151.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft gemeldet.

Industrie erholt sich weiter

In solider Verfassung präsentiert sich auch das verarbeitende Gewerbe. So meldete das Handelsministerium für Februar einen Anstieg der Auftragseingänge in der Industrie. Die saisonbereinigten Bestellungen legten gegenüber dem Vormonat um 0,6% zu. Es handelt sich dabei um den zweiten Anstieg in Folge. Im Januar waren die Order um 1,8% geklettert. Bei Neuaufträgen für Transportausrüstung ermittelte das Ministerium ein Plus von 1,5% und bei langlebigen Gütern eine Zunahme um 1,0%.

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