Mobilfunkturmbetreiber

Vodafone will bei Vantage reduzieren

Der britische Telekommunikationsanbieter Vodafone will sich informierten Kreisen zufolge von weiteren Anteilen an seiner Funkturmtochter Vantage Towerstrennen.

Vodafone will bei Vantage reduzieren

dpa-afx/hei London/Düsseldorf

Der britische Telekommunikationsanbieter Vodafone will sich informierten Kreisen zufolge von weiteren Anteilen an seiner Funkturmtochter Vantage Towers trennen. Unter den Bietern befänden sich die Finanzinvestoren KKR und Global Infrastructure Partners (GIP) sowie EQT aus Schweden, berichtete Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach habe Vodafone Interessenten zu einer Auktion eingeladen. Die Aktien der beiden Telekomunternehmen zogen nach Bekanntwerden der Nachrichten an.

Aktie unter Druck

Noch sei nicht entschieden, wie groß der zu veräußernde Anteil ausfallen soll. Allerdings sollen die Bieter es auf eine Mehrheit an Vantage Towers abgesehen haben. Vodafone hält derzeit rund 82% an ihrer Funkturmtochter. Seit Jahresbeginn ha­ben die Vantage-Towers-Anteile rund ein Fünftel an Wert eingebüßt. Derzeit kommt das MDax-Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von rund 13,2 Mrd. Euro. Im Juli hatte die Deutsche Telekom einen Mehrheitsanteil an ihrem Funkturmgeschäft GD Towers für 17,5 Mrd. Euro an Brookfield Asset Management und DigitalBridge verkauft.

Vodafone hatte die Trennung von ihren Funkttürmen früher eingeleitet und diese im vergangenen Jahr erfolgreich an die Börse in Frankfurt gebracht. Der britische Mobilfunkriese gab einem IPO den Vorzug vor einem Komplettverkauf, auch weil er sich von einem sukzessiven Anteilsverkauf in Summe höherer Erlöse versprach. Vodafone will mit den Einnahmen vor allem den Schuldenberg abbauen und Spielraum für Investitionen gewinnen. Konzernchef Nick Read verband mit dem IPO der Funktürme überdies die Hoffnung, dass der Wert der Summe der Teile im Konzern besser sichtbar würde und so auch die Vodafone-Aktie Auftrieb erhalten könnte. Die Hoffnung hat nicht erfüllt.

Vodafone hatte bisher erklärt, die Mehrheit an dem Geschäft behalten zu wollen. Dabei geht es nicht nur um Einflussnahme, die sich auch vertraglich einigermaßen sichern ließe, sondern um den Zugriff auf die verlässlichen Cash-Flows der Tochter. Nachdem ein Zusammenschluss mit den Aktivitäten der Telekom nicht zustande gekommen ist, besteht für Vantage Towers dennoch die Chance auf M&A.

Wertberichtigt Seite 2

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