Brighton Pier schließt sich Exodus von Londons Börse an
Brighton Pier will Notierung in London aufgeben
Hornby hat bereits Zustimmung der Aktionäre für Delisting
hip London
Die Brighton Pier Group will ihre Notierung an der Londoner Börse aufgeben. Damit verlässt eine weitere Gesellschaft das Wachstumssegment AIM (zuvor: Alternative Investment Market). Wie das Freizeitunternehmen mitteilt, ließen sich auf diese Weise wiederkehrende Kosten von bis zu 300.000 Pfund pro Jahr einsparen.
Anfang des Monats hatte die ebenfalls dort notierte Hornby, die für Modelleisenbahnen und Scalextric-Autorennbahnen bekannt ist, die Zustimmung der Anteilseigner für ein Delisting erhalten. Der Brighton Pier Group gehört nicht nur der Brighton Palace Pier in dem südenglischen Seebad. Sie betreibt und besitzt auch noch fünf „Premium Bars“, acht Indoor-Minigolfanlagen und den Lightwater Family Adventure Park in North Yorkshire.
Immer weniger notierte Firmen
Die London Stock Exchange Group leidet wie viele andere Börsen seit Jahren darunter, dass die Zahl der dort notierten Unternehmen sinkt. Zuletzt wanderten Gesellschaften verstärkt an die Wall Street ab oder führten ihr Initial Public Offering gleich in New York durch. Zudem entscheiden sich viele Firmen dafür, wesentlich später an die Börse zu gehen, weil sie auch privat in großem Umfang Mittel bei Investoren einsammeln können.
Brighton Pier Group spricht derzeit mit zwei Großaktionären über eine Refinanzierung der Bankschulden. Aus Sicht des Boards sind die bei einem solchen Schritt anfallenden Gebühren wesentlich niedriger, wenn eine Firma nicht börsennotiert ist.
Mehr Flexibilität angemahnt
Ansonsten bemängelt das Unternehmen die geringe Liquidität der Aktien, mangelnde Sichtbarkeit bei Investoren, zunehmende Volatilität und eine wachsende Risikoaversion. Der Board will zudem mehr Flexibilität bei strategischen Entscheidungen. Vieles davon deckt sich mit der Argumentation von Hornby.
Hornby führte eine ganze Reihe von M&A-Transaktionen durch. Wolle man den strukturellen Wandel mit größter Effizienz weiterführen, sei man als private Firma besser dazu in der Lage.