Industriemetallpreis-Index

Durch US-Zölle und Handelskriege wird die Volatilität zunehmen

Nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump und durch die sich anbahnenden Handelskriege dürften die Metallpreise künftig noch stärker schwanken als bisher. Im März ist der Industriemetallpreis-Index des IW um 1,2 % gefallen. Die Dollar-Abwertung hatte steigende Notierungen überkompensiert.

Durch US-Zölle und Handelskriege wird die Volatilität zunehmen

Schwankungen der Metallpreise werden zunehmen

Wirkung des Zollstreits auf Notierungen unklar – Dollar-Abwertung überkompensiert im März steigende Marktpreise

Von Hubertus Bardt, Köln*

Ein schwächerer Dollar hat im März trotz steigender Notierungen an den Metallmärkten zu einer leichten Entlastung der industriellen Verbraucher und metallverarbeitenden Unternehmen in der Eurozone geführt. Die jüngsten Turbulenzen im internationalen Handel werden auch künftig zu weiteren Ausschlägen führen.

Index gibt um 1,2 Prozent nach

Um die Entwicklung der Einkaufskosten für die wichtigsten Importmetalle abzuschätzen, werden im Industriemetallpreis-Index (IMP-Index) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sowohl die Weltmarktpreise der wichtigsten Metalle als auch die entsprechenden Wechselkursentwicklungen berücksichtigt. Der Index spiegelt den Verbrauch deutscher Unternehmen wider und bildet die damit verbundenen Kosten in Euro ab. Im April ist das Preisbarometer um 1,2% auf 590,2 Punkte gefallen. Damit wird aber immer noch der vierthöchste Wert erreicht, der je ermittelt wurde. Nur im Vormonat und im März und April 2022 war der Indexwert höher.

Prof. Dr. Hubertus Bardt ist seit 2014 Geschäftsführer im Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln und Leiter Wissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wirtschaftspolitik, Industriepolitik und Klimaökonomie. Foto: IW

Zink hoch, Eisenerz runter

Während die international in Dollar ermittelten Metallpreise für den deutschen Warenkorb um 2,5% gestiegen sind, hat die deutliche Abwertung des Greenback im März für Entlastung bei den Importkosten nach Deutschland gesorgt.

Auf den internationalen Märkten ging es vor allem für Zink mit einem Plus von 7% kräftig nach oben. Am anderen Ende der Skala lag Eisenerz, das gegen den Trend fast 5% an Wert verlor. Der Aluminiumpreis blieb auf Dollar-Basis im März konstant. Alle anderen Metalle sind zwischen 3% und 5% teurer geworden. Gold ist trotz der großen geopolitischen Unsicherheiten nur um 3% gestiegen; im Vergleich zum Vorjahr liegt das Plus jedoch bei beachtlichen 38%. Silber folgt im Jahresvergleich mit 35% knapp dahinter auf dem zweiten Platz unter den Metallen.

Gold ist Krisengewinner

Für die nähere Zukunft ist nach den eskalierenden weltwirtschaftlichen Unsicherheiten mit erheblichen Schwankungen zu rechnen. Der Dollar hat nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump weiter abgewertet, Gold ist als Krisengewinner noch einmal gestiegen. Bei den anderen Metallen sind die Konsequenzen der sich anbahnenden Handelskriege nicht eindeutig: Einer möglicherweise geringeren Nachfrage nach Industriemetallen bei schwächeren weltwirtschaftlichen Aussichten stehen mögliche Komplikationen beim Angebot gegenüber, wenn der Protektionismus noch weiter zunimmt.

*) Der Autor ist Geschäftsführer im Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln und Leiter Wissenschaft.

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