Britisches KI-Startup

Wayve kommt nach Stuttgart

Das britische KI-Start-up Wayve will selbstfahrende Autos auf die Straße bringen und seine dafür entwickelte Software künftig in Baden-Württemberg testen. Im vergangenen Jahr hat die Firma europaweit die zweitgrößte Finanzierungsrunde gestemmt.

Wayve kommt nach Stuttgart

KI-Start-up Wayve baut in Stuttgart

Britischer Spezialist für autonomes Fahren will Test- und Entwicklungszentrum errichten

kro Frankfurt

Das britische KI-Start-up Wayve, das Software für selbstfahrende Autos entwickelt, expandiert nach Deutschland. In Leonberg bei Stuttgart soll ein neues Test- und Entwicklungszentrum entstehen, in dem die Firma ihre Fahrassistenzsysteme sowie Softwaretools für das autonome Fahren verbessern und zur Marktreife bringen will, wie Wayve am Montag mitteilte.

„Die vielfältigen und anspruchsvollen Fahrumgebungen in Deutschland, die von Hochgeschwindigkeits-Autobahnen über komplexen Stadtverkehr bis hin zu winterlichen Straßenverhältnissen reichen, bieten ein ideales Umfeld, um die KI-gestützte Fahrtechnologie von Wayve zu testen und weiterzuentwickeln“, erklärte die Firma den Schritt. Der Standort biete zugleich Zugang zu einem „starken Talentpool, vor allem im Bereich Software, der für die Produktentwicklung von Wayve unerlässlich“ sei.

Wayve ist 2017 gegründet worden und neben Deutschland auch in Großbritannien sowie in den USA aktiv. Zu den Wettbewerbern gehören die jeweils einige Jahre älteren, kalifornischen Start-ups Waymo (Alphabet) und Cruise (General Motors). Im Mai vergangenen Jahres haben die Briten in einem Series-C-Funding 1,1 Mrd. Dollar eingesammelt und damit europaweit die zweitgrößte Finanzierungsrunde des Jahres nach dem Rechenzentrumsbetreiber Greenscale gestemmt. An Wayve sind unter anderem Microsoft, Nvidia und der japanische Finanzinvestor Softbank beteiligt. Auch Metas KI-Chefwissenschaftler Yann LeCun hatte vor einigen Jahren Geld in die Firma gesteckt.

„2025 ist ein Jahr der globalen Expansion für Wayve“, sagte Mitgründer und CEO Alex Kendall anlässlich der Niederlassung in Leonberg. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Deutschlands weltweit führenden Herstellern und Zulieferern, um sichere, skalierbare und produktionsreife KI-Software in die Fahrzeuge dieser Welt zu bringen.“

Die Vision komplett autonom fahrender Autos beschäftigt Software-Entwickler schon seit vielen Jahren, wobei es hier immer wieder zu Rückschlägen kommt. Ende vergangenen Jahres stellte General Motors den Betrieb ihrer fahrerlosen Robotaxis von Cruise wegen zu hoher Kosten ein. Auch Apple hatte 2024 die Aktivitäten in diesem Bereich eingestellt.

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