Dollar sackt nach US-Zollerhöhungen ab – Dax im Minus – Rohstoffe unter Druck
Die drastischen Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump lassen den Dollar am Donnerstag einbrechen. Der Dollar-Index, der den Wert des Greenback gegenüber wichtigen Handelswährungen misst, verliert 1,2% auf 102,51 Punkte, der tiefste Stand seit Oktober vorigen Jahres. „Die Anleger wollen kein Risiko eingehen und preisen ein schwächeres globales Wirtschaftswachstum ein“, sagte Kyle Rodda von Capital.com. Der Euro notiert aktuell mit 1,0982 Dollar und ist damit 1,2% höher als tags zuvor.
Investoren fürchten, dass es zu einem umfassenden Handelskrieg kommt, der die Konjunktur weltweit in Mitleidenschaft zieht. Ab dem 5. April soll laut Trump nun ein Basiszoll von 10% auf alle Importe in die Vereinigten Staaten gelten. Zudem kündigte Trump am Mittwoch noch höhere Zölle auf einige der größten Handelspartner an, die am 9. April wirksam werden sollen. Für die Europäische Union sollen Zölle in Höhe von 20% greifen. „Die verhängten Zölle übertreffen die Erwartungen bzw. Befürchtungen“, resümiert Thomas Altmann von QC Partners. „Damit rückt der US-Präsident die Weltwirtschaft näher an den Abgrund heran.“
Die US-Zollerhöhungen zeigen auch Auswirkungen an den Rohstoffmärkten. Rohöl der Nordseesorte Brent liegt aktuell bei 72,92 Dollar und ist damit 2,7% schwächer als zur Wochenmitte. Unter Druck geraten auch die Industriemetalle. Die Preise für Zinn, Aluminium, Kupfer und Nickel fielen um knapp 1% bis gut 3%. „Die Kupfer- und Öl-Futures sind ein Gradmesser für das globale Wachstum, und die Nachfrage nach Öl hängt besonders stark von den Schwellenländern ab – vor allem in Asien, wo einige der Zölle besonders hoch ausfallen“, sagte Vivek Dhar, Rohstoffstratege bei der Commonwealth Bank of Australia.
Zu Kursverlusten kommt es auch an den europäischen Aktienmärkten. Wenige Minuten nach Beginn des Handels liegt der Dax bereits mit 2,3% im Minus bei 21.883 Zählern. Der Euro Stoxx 50 Index fällt um 2,1% auf 5.195 Punkte. Zuvor hatte es schon starke Kursverluste an den Börsen in Asien gegeben. Der 225 Werte umfassende Tokioter Nikkei-Index rutschte um gut 3% auf 34.570 Punkte ab. Der breiter gefasste Topix verlor fast 4% auf 2.548 Zähler. Damit verzeichneten die beiden Börsenbarometer ihre größten Tagesverluste seit rund einem halben Jahr. In China gaben die Börse Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzhen jeweils rund ein halbes Prozent nach.