Dividendenkürzung

Außer Form geratene Adidas setzt Aktionäre auf Diät

Nach einem Verlust von fast einer halbe Milliarde Euro im Schlussquartal hat der Sportartikelhersteller Adidas die Dividende für 2022 um fast 80% gekürzt. Nach 3,30 Euro je Aktie im vergangenen Jahr soll es nun nur noch 70 Cent je Anteilsschein geben.

Außer Form geratene Adidas setzt Aktionäre auf Diät

Die Aktionäre des Sportartikelherstellers Adidas müssen sich nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr auf eine deutlich geringere Dividende einstellen. Sie sollen eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie erhalten nach 3,30 Euro im Vorjahr, wie Adidas am Mittwoch in Herzogenaurach mitteilte. 2022 hatte der Konzern mit der hohen Inflation und Problemen in China zu kämpfen. Dazu kam die Kündigung der Kooperation mit Kanye West unter anderem wegen Antisemitismus-Vorwürfen gegen den Rapper. Allein das Ende der Partnerschaft mit dessen Marke Yeezy soll im Schlussvierteljahr rund 600 Mill. Euro Umsatz gekostet haben. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft brach im Gesamtjahr daher von knapp 1,5 Mrd. auf 254 Mill. Euro ein. Der Sportartikelhersteller bestätigte damit seine bereits vorgelegten vorläufigen Zahlen.

Im vierten Quartal stand sogar ein Verlust von 482 Mill. Euro zu Buche nach 123 Mill. Euro Gewinn ein Jahr zuvor. Trotz des Endes der Yeezy-Kooperation kletterte der Umsatz in den Monaten Oktober bis Dezember noch um 1% auf 5,2 Mrd. Euro. Währungsbereinigt verbuchte Adidas ein Minus von 1%. Das Yeezy-Thema wird den Konzern auch im laufenden Jahr belasten. Noch muss der Konzern entscheiden, was mit dem verbliebenen Yeezy-Inventar im Wert von 1,3 Mrd. Dollar geschehen soll. Die Adidas-Führung bekräftigte ihre im Februar abgegebene Prognose. Demnach soll der Umsatz im laufenden Turnus im hohen einstelligen Prozentbereich zurückgehen und ein operativer Verlust von bis zu 700 Mill. Euro anfallen. Der neue Konzernchef Björn Gulden bezeichnete 2023 als Übergangsjahr. „Im Jahr 2024 können wir dann wieder mit dem Aufbau eines profitablen Geschäfts beginnen.“ Gulden war Anfang des Jahres vom Lokalrivalen Puma zu Adidas gewechselt.